Chile: Jugendproteste gehen wieder verstärkt weiter

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Erneute Massenproteste am Donnerstag
Erneute Massenproteste am Donnerstag

Santiago de Chile. Am Donnerstag sind in Chile nach Schätzungen der Organisatoren wieder rund 300.000 Menschen auf die Straße gegangen, um für eine Reform des Bildungssystems zu demonstrieren. Allein in der Hauptstadt Santiago waren es 100.000 Demonstranten. In Concepción beteiligten sich circa 20.000 Menschen, in Valparaiso ebenso viele. Die Mobilisierung nahm damit wieder zu, nachdem die letzte Demonstration in Santiago mit 30.000 Teilnehmern vergleichsweise mäßig besucht war.

Ein Grund dafür war, dass sich die ersten Gespräche zwischen Regierung und Repräsentanten der Bewegung Anfang September nun als gescheitert erweisen – die Regierung zeigt weiterhin keinen Willen die weitgehenden Forderungen der Protestierenden einzugehen.

Gleichzeitig lobte der Präsident Sebastián Piñera in einer Rede vor der UNO am Donnerstag die Bewegung in ungewohnten Tönen: "In den letzten Wochen sind tausende junge Chilenen auf die Straße gegangen um für einen edlen, schönen und legitimen Zweck zu demonstrieren." Ein Statement dessen Doppelzüngigkeit für Ärger bei den Protestierenden sorgte. "Ich denke das war der Versuch einer Imagereinigung um den Anschein zu erwecken dass er auf Seite der Studierenden steht, dass er diese Reform umsetzen will. Aber als wir mit ihm an einem Tisch saßen, zeigte er dass ihn die öffentliche Bildung egal ist, dass er eine qualitativ gute Bildung will, aber mit einem Begriff von Qualität, von dem niemand so genau weiß, was er bedeutet", kommentierte der Sprecher des Schülerverbandes, Giorgio Jackson.

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Studierendensprecherin Camila Vallejo meinte, die Widersprüchlichkeiten und Ungereimtheiten dessen, was die Regierung im Land und was sie außerhalb des Landes sage, zeige "ihre unnachgiebige Position, keine strukturellen Bildungsreformen zu wollen."

Die Proteste dauern nun schon den fünften Monat an. Für den 29. September wird bereits zur nächsten Demonstration aufgerufen.

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