Mercosur unterzeichnet Freihandelsabkommen mit Palästina

Montevideo. Die Außenminister der Mitgliedstaaten des Gemeinsamen Marktes des Südens (Mercosur) haben am Dienstag einen Freihandelsvertrag mit Palästina unterzeichnet. Nach Angaben der palästinensischen Nachrichtenagentur Ma'an handelt es sich dabei um das erste Abkommen zwischen einer internationalen Staatenorganisation und dem palästinensischen Staat. Aufgrund des geringen gegenseitigen Handelsvolumens wurde dem Vertrag von Seiten der Unterzeichner vor allem politischer Wert beigemessen. Der palästinensischen Außenminister, Riad Al-Mailiki, erklärte die Unterzeichnung zu einem historischen Moment, bei dem das palästinensische Volk dank der Anerkennung Lateinamerikas seinen Platz auf der Weltkarte gefunden habe. Ein identisches Freihandelsabkommen hatten die Mercosur-Staaten bereits 2007 mit Israel unterzeichnet. Das Abkommen war dieses Jahr vollständig in Kraft getreten.

Im Rahmen des 42. Gipfeltreffens des Mercosur wurde zudem eine Hafenblockade für Schiffe beschlossen, die unter der Fahne der von Großbritannien okkupierten Islas Malvinas (Falklandinseln) fahren. Damit unterstützen die Mercosur-Staaten Brasilien, Uruguay und Paraguay demonstrativ die Forderung des Mitglieds Argentiniens nach Rückgabe der Inselgruppe im Südatlantik.

Überschattet wurde das Gipfeltreffen vom Tod des argentinischen Unterstaatssekretärs für Außenhandel, Ivan Heyn. Der 34-jährige, der erst vor zwei Wochen von Präsidentin Cristina Fernández de Kirchner ernannt worden war, wurde am Dienstag tot in seinem Hotel Zimmer aufgefunden. Kirchner zog sich daraufhin von den Gipfelgesprächen zurück und fehlte auch beim abschließenden Gruppenfoto der teilnehmenden Staats- und Regierungschefs.

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