Kolumbien / Politik

Kolumbien: Erneutes Angebot der FARC-Guerilla

Bogotá. Die kolumbianische Guerillaorganisation FARC hat die Freilassung weiterer Gefangener für Januar angekündigt. Insgesamt sechs Mitglieder der staatlichen Sicherheitskräfte des Landes, die sich in ihrer Hand befinden, könnten in den Genuss der Freilassung kommen. Drei von ihnen werden in einem Kommuniqué der Rebellenorganisation vom Dienstag bereits namentlich genannt.

Schon vor zwei Tagen informierte der Journalist Carlos Lozano, Direktor der linken Wochenzeitschrift Voz und Mitglied der Organisation "Kolumbianerinnen und Kolumbianer für den Frieden", über die Absicht der FARC. Lozano berichtete in einem Interview mit dem lateinamerikanischen Fernsehsender Telesur, die FARC habe sich vor zwei bis drei Wochen in einem Schreiben an die Menschenrechtsaktivistin Piedad Córdoba und andere Persönlichkeiten gewandt, die "weitere einseitige Freilassungen" gefordert hatten.

Lozano führte weiter aus, die FARC wollten die Freilassungen über Piedad Córdoba abwickeln, erwarteten aber, dass auch einflussreichere Institutionen diese humanitäre Aktion begleiten und die Sicherheit der Übergabe garantieren. Die Regierung in Bogotá müsse die Bedeutung der Sicherheit zur Kenntnis nehmen und dürfe keine militärischen Aktionen planen, die die Freizulassenden gefährden.

Lozano bezog sich damit auf eine militärische Operation der Regierung Ende November, mit der Regierung und Armee Stärke demonstrieren wollten. Dabei führte der Versuch einer militärischen Befreiung zum Tode von vier Mitgliedern der staatlichen Sicherheitskräfte, die sich in der Hand der FARC befanden.

Lozano erklärte, dass die FARC im Falle einer erfolgreichen und ungefährdeten Übergabe der sechs Personen ein günstiges Klima für den Frieden schaffen würden. Er äußerte gleichsam seine Hoffnung, dass die Regierung sich "ebenfalls auf den Weg einer politischen Lösung" begibt.

Telesur gibt an, dass die FARC seit 2008 schon 14 einseitige Freilassungen durchgeführt haben und aktuell noch elf Mitglieder der Sicherheitskräfte festhielten. Diese wollten sie über eine humanitäre Vereinbarung gegen 500 Gefangene Rebellen austauschen. Der kolumbianische Präsident Juan Manuel Santos besteht bisher darauf, dass die FARC vor Verhandlungen einseitig sämtliche Gefangenen freilässt.

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