Chilenischer Bildungsminister zurückgetreten

Santiago de Chile. Am vergangenen Donnerstag ist der chilenische Bildungsminister Felipe Bulnes von seinem Amt zurückgetreten. Bereits Tage zuvor gingen Rücktrittsgerüchte durch die Presse. Beobachtern zufolge verließ er das Amt, weil ihm zu wenig Spielraum bei den Verhandlungen mit den weiterhin protestierenden Studierenden und Schülern blieb. Die Online-Tageszeitung El Mostrador vermutet zunehmenden Unmut des Ex-Ministers über den selbstbezogenen Regierungsstil von Präsident Sebastian Piñera als Ursache für die Entscheidung.

Bulnes ist nicht der erste Bildungsminister der seit Beginn der Bildungsproteste im Mai 2011 aus dem Amt geht: Erst im Juli übernahm der damalige Justizminister den Posten von Joaquin Lavín, der ins Planungsministerium wechseln musste. Damals wurde das Kabinett nach einem Umfragetief zum zweiten Mal seit Regierungsantritt (März 2010) umgebildet.

Nachfolger von Bulnes wird Wirtschaftsingenieur Harald Beyer, der Bildungsexperte an einem privaten Forschungsinstitut ist. Er wurde kurzfristig ernannt und gilt nicht als Wunschkandidat Piñeras. Studierendenvetreter äußerten sich erwartungsvoll bis skeptisch zu dem Wechsel. Ebenfalls zurückgetreten ist Landwirtschaftsminister Luis Mayol, für den auch bereits ein Nachfolger ernannt wurde.

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