Venezuela / Politik

Obama mischt sich in venezolanischen Wahlkampf ein

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Barack Obama
Barack Obama

Washinton/Caracas. Kurz vor dem Jahreswechsel hat US-Präsident Barack Obama eine erste Stellungnahme zum Präsidentschaftswahlkampf in Venezuela abgegeben. Die Wahl des Präsidenten wird am 7. Oktober dieses Jahres stattfinden. Obama gab am 19. Dezember ein Exklusivinterview für die venezolanische Tageszeitung El Universal, eine der größten Tageszeitungen des Landes und traditionell Medium der rechten Opposition. In dem Interview kommt Obama auch auf die nächsten Präsidentschaftswahlen in Venezuela zu sprechen. Der US-Präsident zeigt sich davon überzeugt, dass die Regierung von Chávez die universellen Rechte des venezolanischen Volkes eingeschränkt habe und grundlegende demokratische Werte bedrohe, wie es sich an "Einschränkungen der Pressefreiheit" in Venezuela zeige. Aus diesem Grund stellte er von Vornherein die Legitimität einer Wiederwahl des amtierenden venezolanischen Präsidenten Hugo Chávez in Frage.

Darüber hinaus äußerte sich Obama allgemein zum Verhältnis zwischen den USA und den lateinamerikanischen Staaten. Dabei kritisierte er die Außenbeziehungen Venezuelas, namentlich zu Kuba und zum Iran. Auch warf er der Regierung des südamerikanischen Landes mangelnde Kooperation im Kampf gegen Drogenhandel und "internationalen Terrorismus" vor.

Beobachter der Entwicklungen in Venezuela schätzen das Interview Obamas als "provokativ" und als eine unverblümte Vorgabe für die venezolanische Rechte für den anlaufenden Wahlkampf ein. Die Zurückweisung der Einmischung Obamas durch die venezolanische Regierung fiel gleichwohl gelassen aus. Präsident Chávez sah in den Erklärungen einen Versuch des US-Präsidenten, Stimmen für die eigene bevorstehende Wahl zu mobilisieren.

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