TIPNIS-Streit geht in nächste Runde

La Paz. Der Streit um eine geplante Straße durch das "Indigene Territorium Isiboro Secure" (TIPNIS) in Bolivien hält unvermindert an. Der Protestmarsch von weit über 1.000 indigenen Bewohnern aus dem TIPNIS-Territorium im Departement Beni unter der Führung der Organisation CONISUR wird in etwa einer Woche am Regierungssitz La Paz erwartet. Die Protestierenden fordern die Rücknahme des Gesetzes vom Herbst des vergangenen Jahres, in dem der Nationalpark besonders geschützt und der Bau der Straße unmöglich gemacht wurde. Damals hatte der Protestmarsch der Gegner der Straße zu der Novellierung des Gesetzes geführt.

Nun haben sich in der vergangenen Woche Delegierte aus den beiden Kammern des Parlaments mit den Marschierern, die für die Straße plädieren, getroffen. Derzeit wird beraten, wie mit den Forderungen umgegangen werden soll. Diverse Abgeordnete der Regierungspartei MAS haben in der jüngsten Vergangenheit ihre Sympathie mit dem aktuellen Marsch ausgedrückt. Die Gegner der Straße haben ihrerseits angekündigt, dass sie für ihre Position weiterhin kämpfen wollen.

Die regierungsnahe Zeitung Cambio zitiert in ihrer Ausgabe vom Donnerstag einige der aktuellen Marschierer mit den Aussagen, dass sie sich mehr Entwicklung für ihre Region von der Straße erhofften. Insbesondere die Bildung in der Region müsse verbessert werden. Gleichzeitig kritisieren sie, dass die Führer des Protestmarsches vom vergangenen Jahr nicht für sie sprechen würden. Personen wie Adolfo Chávez, der Führer der wichtigen Organisation der Indigenen des Tieflands (CIDOB), verfolge beispielsweise vor allem private Interessen.

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