Kolumbien / Politik

Kolumbien: FARC geben weitere Namen für Befreiung bekannt

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FARC-Kommandant Iván Márquez
FARC-Kommandant Iván Márquez

Bogotá. Die kolumbianische Guerillaorganisation FARC hat die Namen von drei weiteren Gefangenen bekannt gegeben, die in Kürze freigelassen werden sollen. Dies übermittelte der Kommandant der Guerilla, Iván Márquez, in einem am Mittwoch per Video verbreiteten Kommuniqué. Am 1. Dezember 2011 hatten die Rebellen bereits die einseitige Freilassung von insgesamt sechs gefangenen Militär- und Polizeiangehörigen angekündigt, aber nur drei Namen genannt.

Von der Regierung von Präsident Juan Manuel Santos forderten die FARC erneut, im Gegenzug gefangene Rebellen freizulassen. Dazu bestehe eine staatliche Verpflichtung, solange der interne bewaffnete Konflikt andauert, sagte Márquez. Ein Gefangenenaustausch müsse im Rahmen der Verfassung ermöglicht werden.

Márquez verwies auch auf die israelische Regierung, die zuletzt im vergangenen Oktober mehr als 1.000 palästinensische politische Gefangene im Austausch für einen von der Hisbollah gefangen gehaltenen israelischen Soldaten freigelassen hat.

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Darüber hinaus fordern die FARC in dem Kommuniqué die sofortige Einsetzung einer internationalen Kommission zur Überprüfung der Haftbedingungen in den kolumbianischen Gefängnissen. Folter, Mangelernährung und fehlende medizinische Versorgung seien tägliche Realität der Gefangenen, so Márquez.

In Anspielung auf die von Santos geäußerte Formulierung, seine Regierung wolle vor Gesprächen von den FARC "wahrhaftige, umfassende und überzeugende Taten" sehen, sagte Márquez, die weitere einseitige Freilassung von Gefangenen sei zum wiederholten Mal eine solche Tat der FARC. Die Regierung unternehme hingegen "überhaupt nichts", um einen Friedensprozess zu ermöglichen.

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