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UNO-Wirtschaftskommission lobt Sozialpolitik in Kuba und Venezuela

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Cepal Direktionssekretärin Alicia Bárcena im November 2011
Cepal Direktionssekretärin Alicia Bárcena im November 2011

Havanna. Die UNO-Wirtschaftskommission für Lateinamerika und die Karibik (Cepal) hat die Erfolge der Politik gegen Armut und soziale Ungleichheit in Kuba und Venezuela hervorgehoben. "Lateinamerika muss viel von Kuba lernen", sagte die Direktionssekretärin der Kommission, Alicia Bárcena, auf einer Konferenz in Havanna. Das Land weise neben Uruguay die geringste soziale Ungleichheit auf. In den zwei Jahrzehnten vor der 2008 ausgebrochenen Finanzkrise sei die Ungleichheit in der Region gestiegen. Die Krise habe jedoch "die Kontinuität des Modells gebrochen, das dachte, dass der Markt alles erledigen könnte". Dies habe gezeigt, dass eine "fortschreitende und fortschrittliche" Politik gegen die Armut notwendig sei, so Bárcenas.

Man lebe mit dem "Gräuel", die Region mit der größten Ungleichheit weltweit zu sein. In diesem Bereich sei aber die Entwicklung Venezuelas hervorzuheben. Seit 2002 sei dort der Gini-Koeffizient, der die soziale Ungleichheit misst, von 0,5 auf unter 0,4 gesunken. Das südamerikanische Land sei damit "das Land, das die größten Errungenschaften in Bezug auf die Schließung sozialer Kluften hat", sagte Bárcenas.

Gleichzeitig kritisierte die Cepal-Sekretärin, dass es in der Region zwar natürliche und finanzielle Ressourcen gebe, "aber es gibt keine Politik, um das Wachstum zu steigern". Für das Jahr 2012 prognostiziert die Cepal ein Wirtschaftswachstum von durchschnittlich 3,7 Prozent in Lateinamerika. 2011 hatte es bei 4,3 Prozent gelegen. Als Hindernisse für die Entwicklung nannte Bárcenas die niedrigen Raten für Investition, Produktion und Besteuerung. Diese liege in Lateinamerika bei lediglich 18,6 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. In den OECD-Ländern erreiche die Besteuerungsrate 33 bis 35 Prozent. Gleichzeitig kritisierte sie, dass es sich häufig um regressive Steuermodelle handele, die am Konsum ansetzen und nicht am Einkommen oder am Vermögen.

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