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Protestaufruf gegen EU-Vertrag mit Peru und Kolumbien

Hamburg. Die deutsche Organisation "Rettet den Regenwald" ruft angesichts der bevorstehenden Abstimmung im Europäischen Parlament zu einer Protestaktion gegen den Freihandelsvertrag der EU mit Peru und Kolumbien auf. Die Abstimmung soll am 29. Februar stattfinden. Die Organisation sieht in dem Abkommen unter anderem einen Anreiz, die Produktion von Palmöl auszuweiten. In Kolumbien stünden bereits hunderttausende Hektar Palmöl-Monokulturen, wo vorher meist Regenwald war. 

Hintergrund ist, dass das Abkommen auch den zollfreien Import von Palmöl aus Kolumbien und Peru in die EU garantiert. Deswegen würden sich auch in Peru die Palmölplantagen weiter ausbreiten. "Der exportorientierte Rohstoffabbau führt in beiden Ländern zu erheblichen Konflikten", schreibt die Organisation und nennt die hohe Mordrate an Gewerkschaftern in Kolumbien – die höchste weltweit – sowie über 200 soziale Konflikte – meist um Umweltfaktoren – in Peru. Das Freihandelsabkommen würde diese Situation verschärfen, fürchtet Rettet den Regenwald.

Eigentlich sollte das Freihandelsabkommen zwischen der Europäischen Union und der Andengemeinschaft entstehen. Von den ursprünglich fünf Ländern sind allerdings nur noch Peru und Kolumbien übrig geblieben. Venezuela, Bolivien und Ecuador betrachteten die Forderungen der EU als bedrohlich, vor allem für die eigene Landwirtschaft. Gegen die hochsubventionierten und daher billigen Agrarprodukte aus der EU ist die Landwirtschaft der Andenländer kaum konkurrenzfähig.

In der vergangenen Woche hatte sich Bundesaußenminister Guido Westerwelle bei einem Besuch in Peri für die rasche Ratifizierung des Freihandelsabkommens stark gemacht. Freier Handel schaffe Wohlstand und Wachstum für alle.

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