Morales will in Wien die Legalisierung des Kokakauens erreichen

La Paz. Boliviens Präsident Evo Morales will vor den zuständigen UNO-Gremien erneut für das traditionelle Kokakauen eintreten. Dafür reist er am 12. März erneut zum Büro der Vereinten Nationen für Drogen- und Verbrechensbekämpfung (UNODC) nach Wien. Unterstützt wird die erneuerte Initiative zur Legalisierung des traditionellen Konsums des Kokablatts der bolivianischen Regierung erstmals vom Nachbarland Peru.

Boliviens Regierung hatte 2011 das UNO-Betäubungsmittelabkommen von 1961 gekündigt, das die Kokapflanze als Droge betrachtet und ihren Konsum ächtet. Zum Jahresbeginn 2012 hatte Morales dann die erneute Mitgliedschaft beantragt, allerdings unter dem Vorbehalt, das Kauen von Koka zu legalisieren und dessen medizinische Eigenschaften anzuerkennen. Boliviens neue Verfassung, die seit 2009 in Kraft ist, schützt das Kokablatt als Teil des kulturellen Erbe des Landes und erklärt es in seiner natürlichen Form nicht als Betäubungsmittel.

Morales begrüßte im Vorfeld des Treffens der UNODC die grundsätzliche Gesprächsbereitschaft der Delegierten. "Früher haben die Regierungen uns von solchen Konferenzen ferngehalten und wir mussten Parallelveranstaltungen organisieren. Nun können wir uns mit ihnen zusammen setzen", sagte der bolivianische Staatschef, der selbst Generalsekretär der Gewerkschaft der Kokabauern des Chapare ist.

Schon 2009 hatte der bolivianische Präsident vor der Drogenkonferenz in Wien einen flammenden Appell unter dem Motto "Ja zum Kokablatt! Nein zu Kokain!" gehalten. Auch vor seiner Zeit im Amt war er mehrmals nach Österreich gereist, um dafür zu kämpfen, das Kokablatt von der Liste der verbotenen Stoffe der UNO streichen zu lassen. Morales' Delegation nach Wien soll auch aus weiteren Vertretern der Kokaproduzenten in Bolivien bestehen.

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