Bolivien / Wirtschaft

Bolivien: Morales eröffnet Lithium-Förderanlage

La Paz. Boliviens Präsident Evo Morales hat am Donnerstag die erste Förderanlage des Landes zur Industrialisierung der weltweit größten Lithium-Vorkommen eingeweiht. "Die halbindustrielle Kaliumchlorat-Anlage ist der Anfang der Industrialisierung der Evaporit-Rohstoffe in Bolivien", erklärte Morales am Salzsee Salar de Uyuni im Hochland-Departamento Oruro, rund 550 Kilometer südlich von La Paz. Die Fabrik auf einer Höhe von 3.670 Metern über Null, in die der bolivianische Staat mit Eigenmitteln bisher 18 Millionen US-Dollar investiert hat, werde "im Oktober, von mir aus auch Dezember Lithiumcarbonat herstellen", so der Linkspolitiker.

Dieser zweite Schritt im Plan zur Industrialisierung der Lithiumvorkommen werde mit Krediten der Zentralbank in Höhe von 216 Millionen US-Dollar finanziert. "Die Mittel dafür sind gesichert", zitiert die staatliche Tageszeitung Cambio den Chef der regierenden Bewegung zum Sozialismus (MAS). "Wir müssen unseren natürlichen Ressourcen einen Mehrwert geben", erklärte Morales seine Wirtschaftspolitik. In einem dritten Schritt werde der Bau einer Pilotanlage zum Bau von Lithium-Kathoden, einem Bestandteil von Batterie-Akkumulatoren, umgesetzt. Dafür war zuletzt ein 50-50-Jointventure mit dem koreanischen KORES-Konsortium unterzeichnet worden.

Morales erinnerte daran, dass sich die Evaporit-Vorkommen zuvor in der Hand ausländischer Privatfirmen befanden. So hatte die chilenische "Quiborax" über die Tochterfirma "Non Metalic" im Salar de Uyuni die Lizenz zum Abbau von Ulexit, einem seltenen Erz zur Gewinnung von Bor. Laut Angaben der staatlichen Bergbaufirma COMIBOL verfügt die eingeweihte Anlage in der Provinz Quijarro über Kapazitäten zur monatlichen Förderung von 1.000 Tonnen Kaliumchlorat, einem chemischen Bestandteil für die Batterieherstellung. Zu Beginn würden zunächst nur 200 Tonnen gefördert. Der Stoff ist auch in medizinischen Anti-Depressiva enthalten und wird in der Keramik-Produktion verwendet.

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