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Ecuadors Botschafter sieht Möglichkeit zu Dialog in Fall Assange

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Dialog mit London, Schweigen in Schweden: Botschafter Jurado, Abgeordnete Dağdelen, Moderator Arnold Schölzel
Dialog mit London, Schweigen in Schweden: Botschafter Jurado, Abgeordnete Dağdelen, Moderator Arnold Schölzel

Berlin. Der Botschafter von Ecuador in Deutschland, Jorge Jurado, hat bei einer Veranstaltung in Berlin die Wiederaufnahme eines Dialogs mit der britischen Regierung in der Affäre um den Wikileaks-Gründer Julian Assange in Aussicht gestellt. "Präsident Rafael Correa hat in der vergangenen Woche mitgeteilt, dass der britische Außenminister William Hague Abstand von einer diplomatischen Note genommen hat, in der Großbritannien indirekt mit der Erstürmung der ecuadorianischen Botschaft in London drohte." In den Räumen der Botschaft hat Assange seit dem 19. Juni Zuflucht gefunden. Obgleich die britische Regierung diese international stark kritisierten Position fallen gelassen hat, werde Assange weiterhin kein freies Geleit zur Ausreise aus Großbritannien gewehrt, fügte Jurado bei der Podiumsdiskussion in der Ladengalerie der Berliner Tageszeitung Junge Welt an.

Zugleich bekräftigte der Diplomat, dass sich die Regierung seines Landes seit Wochen um eine diplomatische Lösung des Falls bemüht: "Leider hat Schweden jedoch die wiederholten Angebote zu einer Befragung von Herrn Assange in der Botschaft nicht angenommen." In Schweden werden dem Internet-Aktivisten Sexualdelikte zur Last gelegt.

Die linke Bundestagsabgeordnete Sevim Dağdelen, die Assange am Sonntag in London getroffen hatte, drängte in diesem Zusammenhang auf die Aufklärung dieser Vorwürfe. "Ich finde, dass die schweren Anschuldigungen gegen Julian Assange in Schweden aufgeklärt werden müssen, vor allem auch in seinem Sinne und im Sinne der beiden Frauen, die diese Vorwürfe erhoben haben", sagte Dağdelen, die auch dem Auswärtigen Ausschuss des Bundestags angehört. Die Abgeordnete bedauerte, dass Schweden auch im Sinne der beiden Frauen das Angebot zur Anhörung Assanges nicht angenommen hat. Auch seien wiederholte Gesprächsanfragen Dağdelens an die schwedische Botschaft in Berlin bislang unbeantwortet geblieben.

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