Kolumbien / Politik

Friedensdialog: Aktivisten fordern von der EU Druck auf Kolumbien

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Von links nach rechts: Mauricio Ramos (Marcha Patriótica), EU-Abgeordneter Willy Meyer, Piedad Córdoba.
Von links nach rechts: Mauricio Ramos (Marcha Patriótica), EU-Abgeordneter Willy Meyer, Piedad Córdoba.

Brüssel. Drei Sprecher der Organisation "Kolumbianerinnen und Kolumbianer für den Frieden" (CCP) und des linken Bündnisses "Marcha Patriótica" haben diese Woche in Brüssel die EU aufgerufen, dem kolumbianischen Staat Forderungen in Bezug auf die aktuellen Friedensverhandlungen zwischen der Regierung und der FARC-Guerilla zu stellen. Die Anführerin der kolumbianischen Kommission und Ex-Senatorin Piedad Córdoba regte gegenüber den EU-Abgeordneten an, sich aktiv daran zu beteiligen. Für den Frieden sei es unabdingbar, dass die Großunternehmer und Multinationalen Konzerne aufhörten, die Paramilitärs zu finanzieren, sagte die Ex-Senatorin.

Córdoba und der Bauernaktivist Mauricio Ramos, der auch zur Kommission gehört, zeigten sich skeptisch über die sechsmonatige Frist, die Präsident Santos zur Lösung des internen Krieges angesetzt hat. Diese Zeit reiche nicht, um langjährige Konflikte um Rohstoffe, Ackerland und Territorien zu lösen, so Córdoba.

Nach den Gesprächen zwischen der Regierung und den FARC in Kuba sollen die eigentlichen Friedensverhandlungen am 8. Oktober in Oslo starten. Córdoba äußerte, es sei wichtig, dass die zur Marcha Patriótica gehörenden Basisorganisationen sich am Dialog in Oslo beteiligen könnten. Bisher wurde nur die Teilnahme von sechs Vertretern der Regierung und fünf der FARC vereinbart.

Auch der linke spanische Abgeordnete Willy Meyer (Izquierda Unida) kritisierte die EU-Politik gegenüber den FARC, weil sie die Guerilla zu einer Terror-Organisation erklärt hat, um die "Obsessionen der USA zu unterstützen". Dadurch habe sie sich jetzt selbst von den Friedensverhandlungen ausgeschlossen.

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