Kolumbien / Politik

Kolumbiens Basisbewegungen wollen am Friedensprozess teilnehmen

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Marylén Serna
Marylén Serna

Berlin/Bogotá. Kolumbianische Basisorganisationen unterstützen die laufenden Friedensgespräche zwischen der Regierung des südamerikanischen Landes und der FARC-Guerilla, fordern jedoch eine stärkere Beteiligung von regierungsunabhängigen Kräften. Das sagte im Interview mit amerika21.de Marylén Serna, die Sprecherin des kolumbianischen Verbandes "Minga Social y Comunitaria", einem Zusammenschluss verschiedener Basisbewegungen.

"Ich sehe diese Gespräche durchaus mit Hoffnung, immerhin sollen sie zum Ende des bewaffneten Konflikts führen", sagte Serna. Dennoch müsse die Bevölkerung möglichst weitreichend in diesen Prozess eingebunden werden und zur Überwindung des "sozialen, wirtschaftlichen und kulturellen Konflikts" beitragen.

Es sei ein großer Fortschritt, dass sich zwei Akteure des Konflikts an den Verhandlungstisch setzen und den Weg zu einem Friedensprozess ebnen. "Nun ist es aber wichtig, dass die andere Rebellengruppe, die ELN, in die Gespräche einbezogen wird und dass ein Waffenstillstand folgt, um die Leiden in den betroffenen Regionen des Landes zu lindern", sagte Serna.

Die Vertreterin zahlreicher Basisorganisationen forderte, dass Bedingungen und Freiräume geschaffen werden, "um ein soziales Projekt zur Debatte zu stellen, in das verschiedene Vorschläge einfließen". Dazu gehörten die Fragen, wie die Armut überwunden werden kann, wie dem Verlust der Demokratie begegnet werden kann und wie der internationalen Intervention im militärischen, wirtschaftlichen und kulturellen Bereich entgegengewirkt werden kann.

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