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Werben für Integration Südamerikas

Venezuelas Präsident Chávez beendet Südamerika-Reise. Integrationsbemühungen im Mittelpunkt
Chávez nimmt Rodolfo-Walsh-Preis entgegen

Bei der Verleihung des Rodolfo-Walsh-Preises in Argentinien

Auf einer fünftägigen Südamerika-Reise hat der venezolanische Präsident Hugo Chávez zahlreiche bilaterale Abkommen geschlossen und für die südamerikanische Integration geworben. Chávez reiste zunächst nach Argentinien. Dort unterzeichnete er mit Präsidentin Cristina Fernández de Kirchner acht Verträge in den Bereichen Landwirtschaft, Energie, Industrie, Technologie und Flussschifffahrt.

Für Kontroversen sorgte die Verleihung des renommierten Journalistenpreises "Rodolfo Walsh" von der Nationaluniversität La Plata (UNLP), den Chávez vor allem für die Stärkung kommunitärer Basismedien erhielt. Zahlreiche Politiker und Journalisten kritisierten die Preisverleihung mit Hinweis auf vermeintliche Einschränkungen der Pressefreiheit in Venezuela.

Anschließend reiste Chávez nach Montevideo weiter, wo er den uruguayischen Präsidenten Pepe Mujíca traf. Die beiden unterzeichneten sieben Verträge über Handel, Energie und Landwirtschaft. Unter anderem vereinbarten sie eine stärkere Kooperation bei der Erdölförderung in Venezuela.

Sowohl Fernández als auch Mujíca betonten gemeinsam mit Chávez die Notwendigkeit, das südamerikanische Staatenbündnis UNASUR zu stärken. Ausdrücklich würdigte Chávez die Verdienste des im letzten Jahr verstorbenen argentinischen Ex-Präsidenten und ersten Generalsekretärs der UNASUR, Néstor Kirchner, sowie des uruguayischen Ex-Präsidenten Tabaré Vásquez bei der Gründung des Staatenbündnisses. Nun sei es aber an der Zeit "diesen großartigen Raum zwischen der Karibik und Patagonien zu stärken".

Die dritte Station der Reise führte Chávez nach Cochabamba, wo er mit dem bolivianischen Präsidenten Evo Morales zusammentraf. Venezuela und Bolivien unterzeichneten 18 bilaterale Verträge über Ernährung, Gesundheit, Kultur und Energiewirtschaft. Zu besseren Abstimmung der Kooperation fand das Treffen erstmals im Rahmen der von beiden Ländern gegründeten "Kommission der gemeinsamen Integration Bolivien-Venezuela" statt. Chávez rief dazu auf, die Abkommen effizient umzusetzen, damit sie "weder auf dem Papier noch in der Bürokratie" blieben. Morales, sein Vizepräsident Álvaro García Linera und Chávez hoben zudem die Bedeutung des von Venezuela und Kuba gegründeten linken Staatenbündnis ALBA hervor, in dem auch Bolivien Mitglied ist.

Die letzte Station seiner Südamerika-Reise sollte Chávez nach Kolumbien führen, wo ein Treffen mit seinem kolumbianischen Amtskollegen Manuel Santos geplant war. Nach Auskunft des venezolanischen Presse- und Informationsamtes verhinderte jedoch ein Defekt an der Präsidialmaschine die Reise von Cochabamba nach Bogotá. Die Gespräche seien im gegenseitigen Einvernehmen auf den 9. April verlegt worden.

Die Beziehungen zwischen den beiden Nachbarländern hatten sich seit Santos' Amtsantritt im vergangenen Jahr erheblich verbessert. Dessen Vorgänger Àlvaro Uribe und Chávez waren wiederholt aneinander geraten. Die diplomatischen und wirtschaftlichen Beziehungen waren auf ein Minimum abgefallen.

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