Westerwelle wirbt für Freihandel mit Mercosur

Frankreich weiter gegen deutsche Pläne. Außenminister lobt Brasiliens Entwicklung

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Patriota und Westerwelle in Barsilía
Patriota und Westerwelle in Barsilía

Brasilía/Sao Paolo. Außenminister Guido Westerwelle hat sich für den zügigen Abschluss des Freihandelsabkommens zwischen der Europäischen Union und den Mercosur-Staaten ausgesprochen. Bei einer Rede vor dem brasilianischen Industrieverband warb er für den Ausbau der bilateralen Beziehungen und forderte beide Seiten auf, noch bestehende Hürden zu überwinden. Dabei setzt Deutschland laut Westerwelle vor allem auf die Mercosur-Präsidentschaft Brasiliens im nächsten Halbjahr und will selbst sein "Gewicht in die Waagschale werfen", um die seit Jahren andauernden Verhandlungen voranzubringen.

Frankreichs Landwirtschaftsminister Bruno Le Maire erteilte diesen Absichten vergangene Woche einmal mehr eine klare Absage. Vor allem die unterschiedlichen Auffassungen in der Landwirtschaftspolitik stehen derzeit einem Kompromiss im Wege. Westerwelle lehnt hingegen nach eigener Aussage jeglichen Protektionismus ab. Er sprach von beiderseitigen Vorteilen, die so ein Abkommen mit sich bringen würde.

Beim Treffen mit seinem brasilianischen Amtskollegen Antonio Patriota Anfang der Woche zeigte sich der deutsche Außenminister beeindruckt von der Entwicklung der sechstgrößten Volkswirtschaft der Welt und bezeichnete das Land als "Partner ersten Ranges". Sein Besuch solle dabei nicht nur der Stärkung der politischen Kooperation dienen. Da das Land inzwischen ein wichtiger Investitionsraum für deutsche Firmen sei, wolle er der Wirtschaft weitere Türen öffnen.

Auf die steigende Bedeutung der Wissenschaft wies er bei der Eröffnung des Deutschen Wissenschafts- und Innovationshauses in São Paolo am Dienstag hin. Ziel sei es, Kooperationen in Wissenschaft und Forschung weiter voranzutreiben. Dabei ist Brasilien für den Außenminister Deutschlands wichtigstes Partnerland in Lateinamerika. Am Ende seines Besuches machte Westerwelle noch Station in Rio de Janeiro, wo er die Favela Mangueira besichtigte. Hier will die Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) nach Angaben des Auswärtigen Amtes alle Wohneinheiten mit Solarkollektoren für Warmwasser ausstatten.

Am heutigen Donnerstag reist Westerwelle weiter nach Peru. Seine weiteren Stationen in Lateinamerika sind Panama und Mexiko.

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