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Europäische Kuba-Solidarität trifft sich in Berlin

Einsatz gegen US-Blockade und "Gemeinsamen Standpunkt" der EU zu Kuba im Fokus. Kommendes Treffen 2014 in Havanna

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Kubas Fahne vor dem Tagungshotel
Kubas Fahne vor dem Tagungshotel

Berlin. Vertreter der Kuba-Solidaritätsbewegung aus rund 30 Staaten Europas und mehreren Ländern der ehemaligen Sowjetunion haben am Wochenende auf einem Treffen in Berlin gemeinsame Aktionen gegen den sogenannten Gemeinsamen Standpunkt der Europäischen Union zu Kuba beraten. Die Teilnehmer des XVI. Europatreffens der Kuba-Solidarität in einem Hotel des Berliner Bezirks Hohenschönhausen kündigten zudem verstärkte Aktionen gegen die US-amerikanische Blockade gegen Kuba an. Auch die Kampagne für die Freilassung von fünf in den USA inhaftierten Informanten aus Kuba soll Gegenstand gemeinsamer Aktionen sein. Die als "Cuban Five" bekannten Männer sind seit 1998 in den USA als Spione inhaftiert, weil sie gewaltbereite Gruppen des kubanischen Exils überwacht hatten.

Im Gespräch mit amerika21.de bezeichnete Kenia Serrano, Präsidentin des kubanischen Instituts für Völkerfreundschaft, die international wirkende Solidaritätsbewegung als "maßgeblichen Faktor dafür, dass Kuba heute im internationalen Kontext nicht alleine steht". Trotz der politischen Umbrüche in Europa Anfang der neunziger Jahre habe Kuba das sozialistische System in einem souveränen Prozess aufrechterhalten können, so Serrano weiter. Wichtig sei in diesem Zusammenhang auch, dass die Anzahl der Solidaritätsgruppen weltweit zugenommen habe: "Heute gibt es in Europa mehr als 800 dieser Verbände. Dahinter stehen Menschen, die in dem Karibikstaat nicht nur ein Beispiel der Würde sehen, sondern die Kuba vor allem als alternatives Modell für Entwicklungsländer verteidigen."

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Delegierte des Solidaritätskongresses
Delegierte des Solidaritätskongresses

 Die Abschlusserklärung finden Sie im Anhang zu dieser Meldung.


Bereits am Donnerstag hatte die Fraktion der Linkspartei im Bundestag eine parlamentarische Anhörung zu Kuba ausgerichtet. "Bei dem Hearing waren Bundestagsabgeordnete mehrerer Parteien anwesend, aber auch Vertreter aus der Wissenschaft und von Nichtregierungsorganisationen", sagte Edgar Göll, der dem Vorstand des Netzwerks Kuba angehört, einem Zusammenschluss von über 40 solidarischen und entwicklungspolitischen Kuba-Gruppen in Deutschland. Dabei hätten die Anwesenden von kubanischen Gästen aus erster Hand Informationen über die aktuelle Lage in Kuba, die Herausforderungen und auch die Lösungsansätze erhalten.

Das kommende weltweite Treffen der Solidaritätsorganisationen wird 2014 in der kubanischen Hauptstadt Havanna stattfinden. Dabei kommen Gruppen aus allen Erdteilen zusammen. Das kommende rein europäische Treffen ist für 2016 anvisiert.

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