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Ecuadors Botschafter widerspricht Spiegel Online

Diplomat weist Bericht über Scheitern der Yasuní-ITT-Initiative zurück. Suche nach Investoren dauert an

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Noch nicht gescheitert: Werbung für die Yasuní-ITT-Initiative Ecuadors
Noch nicht gescheitert: Werbung für die Yasuní-ITT-Initiative Ecuadors

Berlin. In einem Brief an das deutsche Nachrichtenportal Spiegel Online hat der Botschafter Ecuadors in Deutschland, Jorge Jurado, einen Bericht über das angebliche Scheitern der Klimaschutzinitiative Yasuní-ITT dementiert. "Die Yasuni-ITT Initiative der Regierung ist zu keinem Zeitpunkt eingestellt worden", heißt es in dem Schreiben.

Die bisherige Summe für den Yasuní-Fonds betrug demnach 2011 rund 100 Millionen US-Dollar. Außerdem habe es keine neue Förderkonzession im Yasuní-Park gegeben. Bei bestehenden Förderlizenzen handele es sich um eine Ausschreibung, wobei die höchsten Qualitätsstandards zu erfüllen seien. Zudem müssten die Unternehmen 12,5 Prozent ihrer Gewinne in die lokale Entwicklung investieren. Eine angebliche Lieferzusage an China bestehe laut  Botschafter nicht. Botschafter Jurado beklagt in seinem Brief eine einseitige Darstellung, da die verschiedenen Formen des Widerstands gegen dieses Projekt völlig unerwähnt blieben.

Am 16. Dezember hatte Spiegel Online unter dem Titel "Mögliches Ende einer Klimaschutz-Utopie" über das Yasuní-ITT-Projekt in Ecuador berichtet. Im Zuge dieses Vorhabens will Ecuador das artenreiche Yasuní-Gebiet erhalten und gegen eine Ausgleichszahlung dort vorhandene Erdölvorkommen als Beitrag zum Klimaschutz im Boden belassen.

Spiegel-Online-Autor Tobias Käufer vermittelte in dem Artikel den Eindruck, dass das Projekt bereits gescheitert sei. Er berief sich unter anderem auf die Grünen-Bundestagsabgeordnete Ute Koczy und die Gründerin einer Stiftung mit dem Namen Amazónica in München, Mascha Kauka.

Berichtet wird in dem Artikel auf Spiegel Online über die Versuche der Regierung, Geld für das Yasuní-Projekt zu akquirieren, und von der mutmaßlichen Vergabe von 21 neuen Förderlizenzen. Käufer schrieb weiter, Ecuador habe nicht genügend Geld für die Yasuní-ITT-Initiative zusammenbekommen. Von China habe die Regierung indes einen Kredit erhalten, der als Gegenleistung die Lieferung von 52 Prozent des Erdöls aus Ecuador vorsehe. "Der Rest der Welt hat kein Geld", schrieb Käufer, "und nun rücken Bagger und Bohrer an".

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