Energie aus Caracas

Dank Kraftwerken aus Venezuela: Nach monatelangen Stromsperren ist Versorgung in Nicaragua wieder gewährleistet

energie-aus-caracas.jpg

Energie aus Caracas
Ohne Spannung, aber mit Strom: Daniel Ortega und Hugo Chávez

Managua/Caracas. Nach monatelangen Engpässen in der Elektrizitätsversorgung hat sich die Lage in Nicaragua wieder normalisiert. Der Energieminister des mittelamerikanischen Landes, Emilio Rapaccioli, gab bekannt, dass die durch Versorgungsengpässe bedingten Stromsperren ab dem heutigen Mittwoch aufgehoben würden. Grund dafür seien Kleinkraftwerke, die Nicaragua von Venezuela zur Verfügung gestellt wurden.

Nach Angaben der nationalen Presse war es in den vergangenen Monaten immer wieder zu Stromabschaltungen gekommen, die zum Teil bis zu zehn Stunden andauerten. Von der Energieknappheit waren alle Regionen betroffen. Die prekäre Versorgungslage hatte zu harscher Kritik an den verantwortlichen Unternehmen geführt. Die Energieversorgung in Nicaragua war im Jahr 2001 privatisiert worden und wird heute vom spanischen Energiekonzern Unión Fenosa kontrolliert. Das Versorgungsdefizit betrug in Nicaragua zuletzt 100 Megawatt pro Tag.

Von Venezuela waren dem mittelamerikanischen Land mehrere Kleinkraftwerke zur Verfügung gestellt worden, die mit Dieselkraftstoff betrieben werden. Die Kosten für diese Ersatzversorgung bezifferte Energieminister Rapaccioli auf umgerechnet 80.000 bis 90.000 US-Dollar pro Tag. Nach Angaben des Ministers wurden dem staatlichen Stromversorger Gecsa dafür von dem venezolanisch-nicaraguanischen Joint Venture Albanisa ein Kredit von bislang 25 Millionen US-Dollar zur Verfügung gestellt. Zusätzlich würden bis zu 30 Megawatt pro Tag vom mittelamerikanischen Energiemarkt angekauft.

Ihnen gefällt, was Sie lesen?

Das freut uns. Unterstützen Sie unsere Arbeit, regelmäßige Spenden helfen uns, das Projekt amerika21 nachhaltig aufzustellen.

Ihr amerika21-Team

Die venezolanische Regierung forciert seit Jahren eine lateinamerikanische Energiepolitik. Ziel ist es, die Ressourcen der Region zunächst für die Versorgung der lateinamerikanischen und karibischen Staaten zu nutzen. Petrocaribe etwa ist ein Abkommen, das im Juni 2005 für Erdöllieferungen zum Vorzugspreis von Venezuela an Karibikstaaten geschlossen wurde. Zudem muss von den Konsumentenstaaten nur ein kleiner Teil der Rechnung sofort gezahlt werden. Der Rest kann über 25 Jahre zum Zinssatz von einem Prozent beglichen werden. Die Karibikstaaten können zu diesen Konditionen bis zu 185.000 Barrel (Ein Barrel = 159 Liter) Erdöl pro Tag erwerben. Auch Bezahlungen mit anderen Produkten sind möglich.


Quellen: Nachrichtenagenturen, Tageszeitung Prensa Grafica (Nicaragua).

Unterstützen Sie amerika21 mit einer Spende via Flattr