DruckversionEinem Freund senden
23.06.2008 Venezuela / Soziales

Sozialprogramm für bedürftige Kinder

Venezuela startet "Misión Niñas y Niños del Barrio". Auch Obdachlosenhilfe wird ausgebaut

Caracas. Der venezolanische Präsident Hugo Chávez hat den Start eines neuen Sozialprogramms angekündigt, das Straßenkindern helfen soll. Das Programm wird insbesondere Kindern, die drogen- oder alkoholabhängig sind, obdachlos, ohne Eltern leben oder aus anderen Gründen besonders verletzlich sind, ein zu Hause, Behandlung und Rehabilitation bieten.

Teil dieser neuen "Misión Niñas y Niños del Barrio" (Kinder unserer Nachbarschaft) sollen ein Adoptions-Programm und die verstärkte Bekämpfung von Kinderarbeit sein. Chávez kündigte in seiner TV-Sendung "Aló Presidente" an, dass die staatlichen Medien und jene von Basisgruppen auf die neuen Angebote für marginalisierte Kinder aufmerksam machen sollen.

Das Programm speziell für Kinder ergänzt die seit zwei Jahren in der Sozialarbeit engagierte "Misión Negra Hipólita", die sich um Obdachlose jeden Alters kümmert. Auch diese Initiative soll mit mehr Mitteln ausgestattet werden, kündigten Chávez und die Ministerin für Teilhabe und Soziale Sicherheit, Érika Farías, an. Um die Reichweite dieser Angebote zu erhöhen, wurde eine landesweite, kostenlose Telefon-Notrufnummer für die Misión Negra Hipólita eingerichtet. Auch die Selbstverwaltungsstrukturen der kommunalen Räte (Consejos Comunales) sollen ebenso wie andere Misiones eng mit den Sozialprogrammen zusammen arbeiten.

Die Linksregierung von Venezuela hat einer Reihe von sozialen Initiativen die Form solcher Misiones gegeben, um die Obstruktionspolitik und Langsamkeit der alten Bürokratien zu umgehen und diese Initiativen direkt mit Geld auszustatten. Dazu zählen etwa die Misiones "Barrio Adentro" mit Gesundheitszenten in ärmeren Stadtteilen, "Robinson" als Bildungskampagne und "Viviendas" für Sozialwohnungen.

Im Rahmen der Misión Negra Hipólita werden nach Angaben von Ministerin Farisa bereits heute 700 Kinder und Jugendliche in verschiedenen Institutionen behandelt. Negra Hipólita war der Name der Sklavin, die als Amme und Hausmädchen den Unabhängigkeitshelden Simón Bolívar großzog.

Im Rahmen der TV-Sendung kündigte Chávez die Einrichtung von zwei neuen Rehabilitationszentren für Drogenabhängige, Obdachlose und andere Angehörige von Risikogruppen an. Der venezolanische Staat gibt allein für diese zwei Zentren über 17 Millionen Euro aus. Eine der beiden Anlagen, die Hacienda El Guaraquito im Bundesstaat Lara, war im Rahmen des Kampfes gegen den Drogenschmuggel vom venezolanischen Staat beschlagnahmt worden und wurde jetzt der Misión Negra Hipólita übereignet.


Quelle: Venezuelanalysis.com

Unterstützen Sie amerika21 mit einer Spende via Flattr