Proteste in Peru gehen weiter

Der indigene Widerstand erreicht eine vorläufige Aussetzung der strittigen Gesetze

Lima. Es ist ein doppelter Sieg des indigenen Widerstands in Peru: zuerst setzte das Parlament das strittige Gesetzespakt vorläufig ausser Kraft, dann erhielten die Protestierenden Hilfestellung von Studenten und Gewerkschaften, die sie landesweit mit Demonstrationen unterstützen. In der Hauptstadt Lima zogen Demonstranten vor das Parlament und skandierten: "Der Regenwald ist nicht zu verkaufen. Der Regenwald ist zu verteidigen". Zum Verkauf an transnationale Konzerne, die dort nach Rohstoffen suchen, könnte es kommen, wenn die neun Dekrete in Kraft treten, die Präsident Alan García gewaltsam durchsetzen will. Am heutigen Donnerstag ging die Polizei mit aller Härte gegen den zivilen Widerstand in Lima vor.

Seit April protestieren die Indígenas mit Mitteln des zivilen Ungehorsams gegen den möglichen Ausverkauf ihres Lebensraumes im Amazonas-Gebiet. Letzte Woche schoss die Polizei eine protestierende Gruppe in Nordperu zusammen. Zurück blieben über 40 Tote und doppelt so viele Verletzte. Der indigene Anführer Alberto Pizango wurde zur Fahndung ausgeschrieben. Er flüchtete sich in die nicaraguanische Botschaft. Die Regierung in Managua gewährte ihm diplomatisches Asyl und erklärte sich bereit, ihn sicher zum Flughafen zu geleiten, damit er ins Exil nach Nicaragua gehen kann.

Nachdem Präsident García Venezuela indirekt für die Unruhen verantwortlich gemacht hat, ergriff Boliviens Staatsoberhaupt Evo Morales, der selbst ein Indígena ist, Partei für Perus Ureinwohner. Bei einem Vortrag an der Universität in Havanna setzte sich der Bolivianer für eine politische Lösung des Konflikts ein. Die indigenen Organisationen in Peru haben angekündigt, dass sie ihren Widerstand fortsetzen werden, bis das Parlament die Dekrete aufhebt.

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