Indigene politisch gestärkt

Kongress in Peru: Nachkommen von Ureinwohnern wollen Weltorganisation gründen. Suche nach Systemalternativen

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Indigene politisch gestärkt
Plakat des Gipfeltreffens

Puno. Die indigenen Völker Lateinamerikas wollen künftig international enger zusammenarbeiten, um politische Alternativen zu entwickeln. Das geht aus der Abschlusserklärung des "4. Gipfeltreffens der indigenen Völker Lateinamerikas" hervor, das nach drei Tagen am Sonntag in dem südperuanischen Puno beendet wurde. An dem Treffen hatten 5000 Delegierte aus allen Teilen des amerikanischen Kontinents teilgenommen.

Die Organisationen waren sich ihres wachsenden politischen Einflusses durchaus bewusst. Immerhin wurden die linksgerichteten Regierungen in Bolivien und Ecuador mit Hilfe indigener Bewegungen an die Macht gebracht. Auch in Venezuela, Brasilien und Chile haben die Nachkommen der Ureinwohner einen erheblichen Einfluss auf die Staatsführungen.

Laut der Abschlusserklärung wolle die indigenen Organisationen und Bewegungen dieses politische Gewicht nun ausbauen. Die gemeinsamen Interessen sollten "über die internationale Vereinigung" in einem stärkeren Maße verteidigt werden, heißt es in der gemeinsamen Erklärung.

Vor allem ging es den Teilnehmern der internationalen Konferenz darum, die Interessen der angestammten Volksgruppen gegen internationale Konzerne zu verteidigen. Besonders in Lateinamerika hat die ungehemmte Ausbeutung von Rohstoffen durch transnationale Unternehmen in den vergangenen Jahren für schwere soziale Konflikte gesorgt.

Während die Indigenen-Organisationen im Süden Perus Strategien gegen dieses Problem berieten, befand sich der nördliche Teil des Andenstaates im Ausnahmezustand. Die sozialdemokratische Regierung von Präsident Alan Garcia hatte eben wegen Protesten indigener Gruppen gegen die Erdölförderung Grund- und Bürgerrechte in mehreren Landesteilen für sechs Wochen suspendiert.

Die Teilnehmer des indigenen Weltkongresses wollen sich auch angesichts solcher Entwicklungen künftig besser vernetzen. Auch werden sie nach eigenem Bekunden Kontakt zu progressiven Organisationen suchen.

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