Rio de Janeiro. Bei einem Polizeieinsatz im Complexo Maré im Norden der Stadt Rio de Janeiro sind insgesamt drei Personen getötet und 14 verletzt worden, darunter ein Polizist und zwei Jugendliche im Alter von 12 und 15 Jahren. Am Sonntag findet in Brasilien die Präsidentschaftswahl statt.
Rund 200 Polizist:innen stürmten am Montagmorgen den Favela-Komplex Maré. Bei dem Einsatz, der sich angeblich gegen Drogen- und Waffenhandel richtete, wurden nach Angaben der Polizei zwölf Personen festgenommen. Elf von ihnen wurden verletzt und mussten im anliegenden Krankenhaus behandelt werden. Weitere drei Verdächtige starben bei dem Einsatz. Insgesamt stellten die Polizist:innen 83 Kilo Drogen, sechs Autos, acht Pistolen, zwölf Gewehre sowie Granaten und Munition sicher.
Aus der Zivilbevölkerung kommt starke Kritik. "Es war Mitternacht, aufgrund der Feierlichkeiten des Tags der Heiligen São Cosme und São Damião waren noch zahlreiche Kinder auf der Straße", beklagt ein Anwohner. Auch Besucher:innen des 19. LGBTIQ*-Umzugs am Vortag waren noch auf den Straßen unterwegs, als die Polizei in den Komplex eindrang. Insgesamt 41 Schulen und vier Ambulanzen mussten aufgrund des Einsatzes geschlossen bleiben.
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Auch drei Schulbusse mit Schulklassen auf einem Ausflug wurden in die Auseinandersetzung involviert. Kriminelle nutzten die Busse, um Zufahrtsstraßen zu verschließen, und als Barrikaden gegen die Polizei. Rund 90 Minuten waren die Kinder in den Bussen eingeschlossen, bewahrten aber nach Angaben der Mutter eines betroffenen Kindes die Ruhe.
Besonders für Kinder stellt die ständige Konfrontation mit Gewalt ein großes Problem dar. Priscilla Montes, Spezialistin in kindlicher Entwicklung, erklärt: "Für viele Kinder können solche Geschehnisse Ängste verschärfen, die bereits Teil ihrer Realität sind. Sie leben in einem ständigen Alarmzustand." Zudem weist sie darauf hin, dass zwar nicht alle Kinder ein Trauma entwickeln, aber durchaus unter Ängsten, Unsicherheit und Konzentrationsstörungen leiden. Zudem betont sie, dass diese Ängste, insbesondere im Hinblick auf das Nutzen bestimmter Verkehrsmittel, dazu führen, dass Kinder auch seltener zur Schule gingen.

