Kolumbien / Politik

FARC: Keine Krise bei Friedensgesprächen

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FARC-Kommandant Marco León Calarcá am Montag in Havanna
FARC-Kommandant Marco León Calarcá am Montag in Havanna

Havanna. Das Delegationsmitglied der FARC bei den Friedensgesprächen, Kommandant Marco León Calarcá, hat am Montag in Havanna entgegen Medienberichten einen "normalen Verlauf" der Verhandlungen zwischen der Regierung Kolumbiens und den FARC bestätigt. Er verlas vor Medienvertretern ein Kommuniqué des Generalstabes der FARC vom 3. Februar, das ebenfalls am Montag auf deren Internetseite publiziert wurde.

"Niemand hat damit gedroht, sich zurückzuziehen", heißt es darin. Im Gegenteil würden beide Seiten derzeit an der Einigung über eine Agrarreform arbeiten "und bedeutende Vereinbarungen zur Beilegung des Konfliktes" verhandeln.

Damit widerspricht die Guerillaorganisation Medienberichten, die die erste große Krise der Verhandlungen heraufbeschworen haben. So titelten unter anderen die Wochenzeitung La Semana und der Radiosender RCN mit einer "Krise in Havanna". Dies bewerten die FARC als Zeichen einer "verstärkten Kampagne der Ultrarechten gegen den Friedensprozess und eine Erfindungen der Medien". Statt Öl ins Feuer zu gießen, sollten diejenigen, die sich selbst als Patrioten und Wohltäter des Landes bezeichnen, aufrichtig und positiv den Weg des Dialoges fördern.

Die Guerilla prangert außerdem an, "dass interne und externe Interessen Druck ausüben, damit die Verhandlungen scheitern". An Präsident Juan Manuel Santos wendet sie sich mit den Worten, er solle "sein Kalkül gut abwägen. Wir haben ein ganzes Volk hinter uns, das Gerechtigkeit und Frieden verlangt".

Die Friedensgespräche zwischen der Regierung und den Revolutionären Streitkräften Kolumbiens haben am 18. Oktober 2012 in Oslo begonnen und werden seit dem 19. November in Havanna weitergeführt. Sie sollen zu einem Ende des fast 50 Jahre andauernden bewaffneten Konflikts führen. Norwegen und Kuba fungieren als Garanten, Venezuela und Chile als Begleiter des Friedensprozesses.

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