Ecuador / Politik

Rafael Correa siegt deutlich in erster Runde

Laut Wahltagsbefragungen siegt Rafael Correa mit mehr als 57 Prozent. Die Wahlbeteiligung liegt bei 74 Prozent. Bisher keine Ergebnisse der Parlamentswahl

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Rafael Correa bei Bekanntgabe der ersten Wahlergebnisse
Rafael Correa bei Bekanntgabe der ersten Wahlergebnisse

Quito. Der amtierende Präsident Ecuadors, Rafael Correa, hat die Präsidentschaftswahlen am Sonntag mit etwa 57 Prozent gewonnen. Als Zweitplatzierter liegt der Bankier Guillermo Lasso laut Wahltagsbefragungen bei 23 Prozent. Die Zahlen beruhen auf einer Schnellauszählung, die in den Wahllokalen unter Beteiligung von Beobachtern der verschiedenen Parteien und Teilen der 320 internationalen Wahlbeobachter stattfanden und dann dem CNE übermittelt wurden. Sollten sich die Zahlen bestätigen, wird eine Stichwahl nicht nötig. Es ist das erste Mal in der ecuadorianischen Geschichte, dass ein Präsident zum dritten Mal und mit einem derart hohen Ergebnis wiedergewählt wurde. Die Wahlbeteiligung lag mit 74 Prozent leicht unter dem Niveau der letzten Abstimmungen.

Rafael Correa trat um 23 Uhr (Ortszeit) vor den zahlreichen feiernden Anhängern in Quito auf. In einem Interview mit dem lateinamerikanischen Fernsehsender Telesur erklärte Correa, dass nun der Prozess der Bürgerrevolution vertieft werden könne. Außerdem hoffe er auf eine Mehrheit in der Nationalversammlung. Die endgültigen Ergebnisse sowie die Berichte der Wahlbeobachter werden am Montag bekannt gegeben. Von den anderen sechs Kandidaten erhielt mit 6,6 Prozent nur der ehemalige Präsident Lucio Gutiérrez ein nennenswertes Ergebnis. Der Kandidat der linken Opposition, Alberto Acosta, liegt mit 3,2 Prozent auf dem sechsten Platz noch deutlich hinter Mauricio Rodas mit 4 und dem Bananenunternehmer Álvaro Noboa mit 3,7 Prozent.

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Im November 2006 hatte Rafael Correa die Stichwahl um das Präsidentenamt mit knapp 57 Prozent gewonnen. Damals lag die Wahlbeteiligung bei 83 Prozent. Allerdings erreichte seine Partei, Alianza País, zu diesem Zeitpunkt keine Mehrheit im Parlament. In seiner ersten Amtszeit konzentrierte sich Correa auf die Einberufung einer verfassungsgebenden Versammlung. Nach der Annahme des neuen Verfassungstextes in einem Referendum im Jahr 2008 – er erhielt die Zustimmung von 64 Prozent der Wähler – wurde er im April 2009 erneut zum Präsidenten gewählt, dieses Mal gaben ihm 52 Prozent der Wähler ihre Stimme.

Nach Berichten der ecuadorianischen Medien verlief der Wahlsonntag ohne Komplikationen. Der Nationale Wahlrat (CNE) informierte darüber, dass im Verlaufe des Wahltages ein "informationstechnischer Angriff" auf die Computer der Institution stattfand. Zu genaueren Hintergründen konnte ihr Leiter, Domingo Paredes, bisher nichts sagen. Allerdings schloss er nach bisherigem Kenntnisstand aus, dass dadurch der Wahlprozess geschädigt wurde.

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