Angriffe auf Ärzte verschwiegen: Provea in Venezuela in der Kritik

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Gabriela Ramírez
Gabriela Ramírez

Caracas. Venezuelas Ombudsfrau für Menschenrechte, Gabriela Ramírez, ist einem Bericht der Menschenrechtsorganisation Provea entgegengetreten, der Übergriffe der Opposition auf Einrichtungen des staatlichen Gesundheitssystems leugnet. Zugleich forderte die Juristin Menschenrechtsorganisationen in dem südamerikanischen Land auf, sich nicht politisch instrumentalisieren zu lassen.

Ramírez’ Kritik richtete sich gegen einen Provea-Bericht, nach dem in der vergangenen Woche keine politisch motivierten Angriffe gegen medizinische Einrichtungen stattgefunden haben sollen. Nach Angaben von regierungsnahen Medien wurden jedoch mehrere medizinische Versorgungszentren (CDI) von Anhängern der Opposition attackiert. In den CDIs sind zahlreiche Ärzte aus Kuba tätig, weswegen die Zentren offenbar in das Visier gewaltbereiter Oppositioneller gerieten.

Ramírez forderte die Organisation Provea auf, die Recherchemethoden zu überdenken und die entsprechenden Berichte zu überarbeiten.

"Wenn über diese Zwischenfälle nicht in den Medien oder im Internet berichtet wird, haben sie nach dieser Nichtregierungsorganisation scheinbar nicht stattgefunden", sagte Ramírez. Aber es gebe Dinge, über die berichtet werde und Dinge, die verschwiegen würden, so Ramírez weiter. "Einige Dinge erscheinen nicht in den Medien, weil sie verschwiegen werden sollen und das ist im Fall der Gewaltakte so", fügte die Juristin an.

Indem Provea den Regierungsberichten entgegengetreten ist, habe sie die eigenen Prinzipien einer Menschenrechtsorganisation verletzt, zitiert die staatliche Nachrichtenagentur AVN Ramírez.

Bei der Pressekonferenz führte die Juristin Bilder der gewalttätigen Übergriffe auf Einrichtungen des Gesundheitsprogramms Barrio Adentro und weitere Einrichtungen vor. Zugleich kündigte sie an, auf der Internetseite des Büros der Kontrollbehörde eine ausführliche Dokumentation der Übergriffe zu veröffentlichen.

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