ALBA stärkt Wirtschafts- und Finanzintegration

Neue Impulse durch Wirtschaftsraum Eco-ALBA und Aufbau einer Regionalbank. Gegenseitige wirtschaftliche Ergänzung im Mittelpunkt

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Delegationen aus den Mitgliedsländern Antigua und Barbuda, Kuba, Bolivien, Nicaragua, Dominica, Ecuador, San Vicente und den Grenadinen sowie Venezuela trafen sich in Guayaquil
Delegationen aus den Mitgliedsländern Antigua und Barbuda, Kuba, Bolivien, Nicaragua, Dominica, Ecuador, San Vicente und den Grenadinen sowie Venezuela trafen sich in Guayaquil

Guayaquil/Ecuador. Die Mitgliedsländer der linksgerichteten Bolivarischen Allianz für Amerika (ALBA) haben auf einer Sitzung im ecuadorianischen Guayaquil in der vergangenen Woche beschlossen, ihre Wirtschafts- und Finanzintegration zu stärken.

Die Schaffung des Wirtschaftsraumes Eco-ALBA war einer der Hauptpunkte auf der VIII. Tagung. Regierungsdelegationen aus den Mitgliedsländern Antigua und Barbuda, Kuba, Bolivien, Nicaragua, Dominica, Ecuador, San Vicente und den Grenadinen sowie Venezuela legten dabei die Instrumente des neuen Mechanismus fest.

Unter anderem wird ein "Komplementär-Rat" geschaffen, der die Ressourcen, die Produktion und die von jedem Mitgliedsland erzielte Vermarktung analysiert, um so die gegenseitige Ergänzung ihrer Binnenwirtschaften einschätzen zu können. Der venezolanische Außenminister Elías Jaua erklärte, der Rat werde sich das Thema der "Warenübersicht" vornehmen, um zu wissen, was jedes Land produziert und nicht das herzustellen, was die anderen bereits erzeugen. Es gehe darum "uns in jedem der Produktionsbereiche zu ergänzen und die Rohstoffe zur Verfügung zu stellen, die der andere braucht".

Jaua fügte hinzu, dass Venezuela im Juni die Präsidentschaft des Gemeinsamen Marktes Südamerikas (Mercosur) übernehmen und aus dieser Position heraus der Einheit von Eco-ALBA und Mercosur neue Impulse verleihen werde. "Das wird eine ganz natürliche Verbindung zwischen den beiden Wirtschaftsräumen sein, die den Süden des Kontinents mit der Karibik und Mittelamerika vereinen wird", hob der Minister hervor.

ALBA-Exekutivsekretär Rodolfo Sanz wies darauf hin, dass auf politischem und sozialem Gebiet große Fortschritte zu verzeichnen seien, aber nicht in gleichem Maße auf dem Gebiet der Wirtschaft, weshalb man Gefahr laufe, das auf den erst genannten Gebieten Erreichte wieder zu verlieren. Die Mitgliedsländer seien verpflichtet, so Sanz weiter, alle Anstrengungen zu unternehmen, um der Staatengruppe eine solide Wirtschaftsgrundlage zu verleihen, was eben mit der Schaffung des Wirtschaftsraums Eco-ALBA verbunden sei. In diesem Wirtschaftsraum könne es transnationale Unternehmen auf den Gebieten des Gesundheitswesens, der Bildung sowie der agrarischen Nahrungsmittelproduktion geben – in Bereichen also, wo Potenzen vorhanden seien, um gemeinsame Probleme der verschiedenen Länder zu lösen.

Der ecuadorianische Außenminister Ricardo Patiño betonte, dass dieser Wirtschaftszone angesichts der internationalen Instabilität und Ungewissheit eine grundlegende Bedeutung zukomme, denn bei ihr werde Wert auf eine solide Produktionsstruktur auf regionaler Ebene gelegt.

Man habe sich vorgenommen, solche Beziehungen auszubauen, die zu einer Stärkung der Produktionskapazitäten der Mitgliedsländer führen, sagte Francisco Racines, Koordinator des ALBA-Wirtschaftssekretariats. Dies werde durch eine gegenseitige wirtschaftliche Ergänzung ermöglicht, die weit über kommerzielle Aspekte hinausgeht und eine größere soziale Einbeziehung in den Ländern durch Schaffung von Arbeitsplätzen und Sicherung der Einkommen zum Ziel hat.

Die Tagungsteilnehmer berieten über Projekte gegenseitiger Ergänzung auf den Gebieten Produktion, Lebensmittelerzeugung, Tourismus, Industrie, Energiewesen, Handel, Finanzen und Technologie. Beschlossen wurde, die Ankäufe der öffentlichen Hand zwischen den Ländern voranzubringen, da dieser Bereich 17 Prozent des Bruttoinlandprodukts (BIP) in der Region ausmacht. Einigkeit bestand auch darin, die ALBA-Bank voranzubringen und die Regionalwährung Sucre zu stärken, die sich als sehr günstiges Instrument für Exporteure mehrerer Länder erwiesen hat. Der Sucre hat die monetäre und finanzielle Unabhängigkeit und Souveränität der ALBA-Länder zum Ziel, indem bei den internationalen Handelsgeschäften auf den Gebrauch des US-Dollar verzichtet und dieser durch die virtuelle Währungseinheit ersetzt wird.

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