USA und China werben um Lateinamerika

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Joseph Biden bei seiner Rede im Hafen von Rio
Joseph Biden bei seiner Rede im Hafen von Rio

Brasilia. US-Vizepräsident Joseph Biden hat bei einem Besuch in Brasilien am Mittwoch den Willen der US-Regierung bekräftigt, die Kontakte zu Lateinamerika auszubauen. Der Politiker der regierenden Demokratischen Partei hob dabei die Rolle Brasiliens besonders hervor. Der südamerikanische Staat sei der erste Handelspartner der USA in der Region, so Biden.

Biden hielt nach Angaben brasilianischer Medien zu Beginn seines dreitägigen Brasilien-Besuchs eine Grundsatzrede in Pier Maúa, dem größten Anlegehafen für Kreuzfahrtschiffe in Río de Janeiro. Die Welt schaue mit Neid auf das Wachstum der brasilianischen Wirtschaft, gestand der US-Gast ein. Die USA würden gerne an dem Aufschwung Brasiliens teilhaben. Im Namen der US-Regierung lud Biden Brasiliens Präsidentin Dilma Rousseff für Oktober in die USA zum Gegenbesuch ein.

Während seines zweitägigen Aufenthalts in Rio de Janeiro sprach Biden mit Managern des staatlichen Erdölunternehmens Petrobras im Technologiezentrum des Unternehmens, um die Perspektiven einer verstärkten Kooperation im Energiesektor zu analysieren. Er übermittelte den Wunsch von US-Investoren, sich an der Förderung von Öl in den großen Vorkommen zu beteiligen, die in der Tiefsee entdeckt wurden. Die USA verfügten über die Technologie und geschultes Personal und seien bereit, Partner von Petrobras bei der Gewinnung von Rohöl in brasilianischem Hoheitsgewässer im Atlantik zu sein, betonte Biden. Er sprach sich auch für eine Partnerschaft zwischen dem US-Unternehmen Boeing und dem brasilianischen Staatsunternehmen Embraer aus, dem weltweit viertgrößten Flugzeugbauer. Von Interesse für die USA seien auch die Erfahrungen des südamerikanischen Landes in der Produktion von Biokraftstoffen.

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Am dritten und letzten Tag seines Besuches traf Biden Präsidentin Roussef in Brasilia und den brasilianischen Außenminister Michel Temer. Fragen im Zusammenhang mit Investitionen in Öl-und andere Energiequellen, verstärkte Zusammenarbeit im Verteidigungs- , Infrastruktur- und Bildungsbereich sowie internationale Themen standen auf der Tagesordnung.

Zwischen 2008 und 2012 hat das bilaterale Handelsvolumen zwischen Brasilien und den USA um 11,3 Prozent zugenommen. In diesem Zeitraum stieg es von 53,1 Milliarden US-Dollar auf 59,1 Milliarden US-Dollar.

Neben den USA drängt China massiv auf den lateinamerikanischen Markt. Nach Bidens Abreise am Freitag wird Chinas Präsident Xi Jinping zu seiner ersten Lateinamerika-Reise in der Karibik eintreffen. Seine Route wird ihn nach Trinidad und Tobago, Costa Rica und Mexiko führen.

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