DruckversionEinem Freund senden
04.06.2013 Kolumbien / Militär / Politik

Präsidenten kritisieren Kolumbiens Annäherung an NATO

Die Präsidenten Venezuelas und Nicaraguas, Nicolás Maduro und Daniel Ortega am Sonntag in Managua

Die Präsidenten Venezuelas und Nicaraguas, Nicolás Maduro und Daniel Ortega am Sonntag in Managua

Managua. Venezuelas Präsident Nicolás Maduro hat die Ankündigung seines kolumbianischen Amtskollegen Juan Manuel Santos scharf kritisiert, wonach Kolumbien mittelfristig einen Beitritt zur NATO anstrebt. Während eines Staatsbesuches in Nicaragua sagte Maduro, südamerikanische Staaten hätten in dem Militärpakt "nichts zu suchen".

Ein Beitritt Kolumbiens wäre "ein Dolchstoß ins Herz der Völker unseres Amerikas", so der venezolanische Präsident. Es sei nicht vereinbar mit den Grundsätzen der lateinamerikanischen Staatengemeinschaft, fremde Armeen auf den Kontinent zu holen. Der Vorschlag der kolumbianischen Regierung stelle "eine furchtbare Offensive" dar, um "die Modelle der Unterdrückung durchzusetzen, die unsere Völker während Jahrhunderten bekämpft haben", sagte Maduro. Insbesondere die Stationierung von Atomwaffen – im Falle eines NATO-Beitritts Kolumbiens eine wahrscheinliche Option – müsse verhindert werden, so der venezolanische Präsident. Maduro rief stattdessen zur dauerhaften Schaffung einer "Zone des Friedens" in Lateinamerika auf.

Auch der nicaraguanische Präsident Daniel Ortega warnte vor einer Annäherung Kolumbiens an das von den USA dominierte Militärbündnis. Es sei "beunruhigend", dass ein Land Initiativen ergreife, um den Prozess der Einigung Lateinamerikas zu schwächen. Die NATO sei bekannt dafür, zu bombardieren, zu töten und zu zerstören. "Wer für den Frieden in Lateinamerika arbeiten will, soll sich vielmehr für die wirtschaftliche und soziale Entwicklung, für Gesundheit, Bildung, Vollbeschäftigung und für die Einheit der lateinamerikanischen Staaten einsetzen", sagte Ortega. Beide Amtsträger sprachen sich für eine weitere Stärkung der lateinamerikanischen Organisationen ohne Beteiligung der USA aus, etwa der Gemeinschaft der Staaten Lateinamerikas und der Karibik (CELAC).

Boliviens Präsident Evo Morales forderte am Montag die Einberufung einer Dringlichkeitssitzung des Sicherheitsrates der Unasur, um das Vorhaben Kolumbiens zu diskutieren. Dieses stehe im Widerspruch zu den Vereinbarungen der regionalen Integrationsbündnisse, die sich ausdrücklich zum Frieden verpflichten. Eine NATO-Mitgliedschaft Kolumbiens befördere den Krieg und käme einer Bedrohung Lateinamerikas und der Karibik und einer Aggression gegenüber den fortschrittlichen Regierungen der Region gleich, so Morales.

Unterstützen Sie amerika21 mit einer Spende via Flattr

Was Sie auch interessieren könnte ...

03.06.2013 Nachricht von Florian Warweg
03.06.2013 Hintergrund & Analyse von Dario Azzellini