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Versöhnliche Töne zwischen Venezuela und Kolumbien

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Juan Manuel Santos und Nicolás Maduro
Juan Manuel Santos und Nicolás Maduro

Puerto Ayacucho, Venezuela. Die Präsidenten Venezuelas und Kolumbiens, Nicolás Maduro und Juan Manuel Santos, haben nach einem bilateralen Treffen in Puerto Ayacucho versöhnliche Töne angeschlagen. Die Beziehungen zwischen den beiden Ländern waren in den letzten Wochen belastet gewesen, nachdem Santos Ende Mai den unterlegenen Präsidentschaftskandidaten der venezolanischen Opposition, Henrique Capriles Radonski, in Bogotá empfangen hatte. Dieses Treffen war von Venezuela scharf kritisiert worden, da sich Capriles bisher weigert, seine Wahlniederlage einzugestehen und die Regierung von Maduro als illegitim bezeichnet. Der venezolanische Präsident hatte in der Folge die Regierung Kolumbiens beschuldigt, die Destabilisierung Venezuelas zu betreiben.

Nach der jüngsten Aussprache einigten Maduro und Santos sich darauf, den bilateralen Dialog wieder aufzunehmen. "Wir haben offen angesprochen, dass es Meinungsverschiedenheiten gibt und dass wir in vielen Dingen unterschiedliche Visionen haben", sagte Santos. Trotzdem seien sich beide Präsidenten ihrer Verantwortung bewusst und seien bestrebt, zusammenzuarbeiten, so der kolumbianische Staatschef. Sein venezolanischer Amtskollege rief zu gegenseitigem Respekt auf und betonte die Bedeutung guter Beziehungen zu Kolumbien. Maduro bekundete die Absicht Venezuelas, die Basis für eine engere wirtschaftliche und politische Zusammenarbeit mit dem Nachbarland zu schaffen. "Wir könnten hier von einer Neulancierung unserer Beziehungen sprechen", sagte der venezolanische Präsident.

Die beiden Staatschefs einigten sich darauf, die zwischenstaatliche Kooperation in einer ersten Phase in den Bereichen Kriminalitätsbekämpfung und Kampf gegen Schmugglerbanden, in der Energieversorgung und in den Handelsbeziehungen zu intensivieren. Maduro gab zudem bekannt, dass sich Anfang August eine bilaterale Kommission mit Regierungsvertretern beider Länder in Caracas treffen wird, um bezüglich dieser Themen einen gemeinsamen Arbeitsplan zu entwickeln.

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