Chile / Medien

Debatte in Chile um demokratisches Mediensystem

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Streetart in Valparaíso, Chile: "Schalte deinen Fernseher aus und lebe dein Leben"
Streetart in Valparaíso, Chile: "Schalte deinen Fernseher aus und lebe dein Leben"

Santiago de Chile. Nichtregierungsorganisationen und Vertreter von Universitäten haben in Chile eine neue Initiative für eine staatliche Politik zur Stärkung öffentlicher Medien gestartet. Unterstützt wird der Vorstoß von der SPD-nahen Friedrich-Ebert-Stiftung (FES), berichtet die unabhängige Nachrichtenagentur Púlsar. Ziel sei es, eine Demokratisierung des Mediensystems in Chile zu erreichen, heißt es in der Meldung.

Bei der Entwicklung der Initiative hätte die Rolle der Medien, die öffentliche Kommunikationspolitik und die Vielfalt der Presse als Garantie für den Medienpluralismus im Zentrum gestanden. Das gemeinsam entwickelte Programm werde nun "bekannt gemacht und zur Debatte gestellt", sagte Elisabet Gerber, FES-Direktorin in Chile.

Zu den zwölf Punkten der Initiative zählt die Wahrung des Rechtes auf Kommunikation, die Mediengesetzgebung, die Förderung des medialen Pluralismus und die gerechte Verteilung staatlicher Werbung. Ein weiterer Vorschlag zielt darauf ab, regionale und Basismedien zu fördern und den Zugang zum Internet zu garantieren. Zudem solle in Chile eine von den jeweiligen Regierungen unabhängige Medienbehörde geschaffen und die Ausbildung in Medienfragen gefördert werden. Schließlich schlagen die Autoren der Initiative die Gründung eines Bildungs- und Kulturfernsehens vor. Der staatliche Fernsehkanal TVN solle zu einem öffentlich-rechtlichen Sender umgebaut werden.

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Die Präsidentin des Weltverbandes der Basismedien (Asociación Mundial de Radios Comunitarias), María Pía Matta, bekräftigte die Notwendigkeit, diese Medien zu fördern. Ein "demokratisches Pressesystem sollte allen verschiedenen Akteuren der Gesellschaft eine Stimme geben”, sagte sie.

Im Zuge der Sozialproteste der vergangenen Jahre in Chile wurde immer wieder die Frage der Demokratisierung der Medien aufgeworfen. Vor allem Privatmedien hatten äußerst negativ über die Schüler- und Studentenproteste berichtet.

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