Kolumbien / Politik

Kolumbien: ELN-Guerilla für bilateralen Waffenstillstand

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Der ELN-Oberkommandierende Nicolás Rodríguez Bautista, alias "Gabino" in der Video-Grußbotschaft vergangene Woche
Der ELN-Oberkommandierende Nicolás Rodríguez Bautista, alias "Gabino" in der Video-Grußbotschaft vergangene Woche

Bogotá. Die kolumbianische Rebellenorganisation ELN hat für einen bilateralen Waffenstillstand zum Auftakt möglicher Friedensgespräche mit der Regierung von Präsident Juan Manuel Santos plädiert. In einer Stellungnahme, die am vergangenen Montag auf ihrer Website publiziert wurde, bekräftigte der Oberkommandierende Nicolás Rodríguez Bautista, alias "Gabino", die Bereitschaft der ELN zum Dialog.

Die angestrebte politische Lösung des internen bewaffneten Konfliktes müsse ein Prozess sein, "der in einen Waffenstillstand und die Einstellung der Feindseligkeiten mündet und in dem sich die Parteien auf einen langfristigen Plan zum Wiederaufbau des Landes einigen", so die ELN. Entscheidend dafür sei die Beteiligung der Bevölkerung sowie der sozialen und politischen Organisationen, "die marginalisiert und deren Ansprüche und Forderungen negiert wurden".

In der Stellungnahme, die auch als Video- Grußbotschaft beim 6. nationalen und 1. internationalen Kongress der Studierenden für den Frieden (Redunipaz) vergangene Woche in Cali gezeigt wurde, bezieht sich die ELN auf frühere gescheiterte Friedensprozesse, in deren Folge Tausende demobilisierte Guerilleros und Anhänger der Unión Patriótica ermordet wurden. Die Rebellen weisen die Forderung der Regierung Santos erneut zurück, als Vorbedingung für ein Friedensabkommen die Waffen niederzulegen. Niemand in den Reihen der Aufständischen sei der Auffassung, "dass man verschwinden oder sich umbringen sollte, um einen Friedensprozess zu beginnen".

Präsident Santos hatte sich Anfang September mit einer Delegation der ELN getroffen, um Modalitäten der Friedensverhandlungen zu besprechen. Nach damaligen Informationen der kolumbianischen Tageszeitung El Espectador sollten diese bereits Mitte September in Uruguay beginnen. Dass dies bislang nicht geschehen sei, liege nicht an ihrer mangelnden Bereitschaft, betont die ELN: Ihre Friedensdelegation stehe seit mehr als einem Jahr bereit.

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