Santos und Nieto bewerben Pazifik-Allianz beim Weltwirtschaftsforum

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Die Präsidenten von Mexiko und Kolumbien, Enrique Peña Nieto und Juan Manuel Santos, beim Weltwirtschaftsforum in Davos
Die Präsidenten von Mexiko und Kolumbien, Enrique Peña Nieto und Juan Manuel Santos, beim Weltwirtschaftsforum in Davos

Davos.  Auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos haben die Präsidenten von Mexiko und Kolumbien, Enrique Peña Nieto und Juan Manuel Santos, das Freihandelsbündnis Pazifik-Allianz vorgestellt und propagiert. Ihm gehören bislang Chile, Peru, Mexiko und Kolumbien an.

Im Rahmen eines Podiumsgesprächs vor der globalen Wirtschaftselite erklärten sie, dass die Allianz kein "vorübergehendes politisches Forum“ sei, sondern ein "langfristiges Projekt der sozialen Integration und Inklusion“. Während Nieto in seinen Ausführungen  auf das demokratische Engagement der teilnehmenden Staaten verwies, betonte Santos: "Wir brauchen Wachstumsmodelle mit positiven sozialen Aspekten."

Bei dieser Gelegenheit gaben sie zudem den Beitritt von Costa Rica und Panama zu dem Bündnis bekannt und machten darauf aufmerksam, dass ihm 25 weitere Regierungen mit Beobachterstatus angehören.

Die Pazifik-Allianz ist explizit neoliberal ausgerichtet und über Freihandelsabkommen eng mit der EU und den USA verbunden. Sie richtet sich politisch gegen das linksgerichtete lateinamerikanische Staatenbündnis ALBA. Im vergangenen Jahr erwirtschaftete der Zusammenschluss über ein Drittel des gesamten lateinamerikanischen Bruttoinlandsprodukts und zog 45 Prozent der Auslandsinvestitionen in der Region an sich. Auch über die Hälfte des gesamten lateinamerikanischen Außenhandels wird zur Zeit von der Allianz abgewickelt.

An dem Treffen in Davos nahmen neben Santos und Nieto auch die brasilianische Präsidentin Dilma Roussef, für Peru der Vorsitzende des Ministerrates, César Villanueva sowie die Exekutivsekretärin der Wirtschaftskommission für Lateinamerika und die Karibik (CEPAL), Alicia Bárcenas, teil.

Roussef, die zum ersten Mal am Weltwirtschaftsforum in Davos teilnahm, versuchte in ihren Beiträgen die von den internationalen Wirtschaftsvertretern zum Ausdruck gebrachte Besorgnis hinsichtlich der Verschlechterung der Fiskalbilanz und einer staatlichen Geldabwertungspolitik zu zerstreuen. "Die Geldwertstabilität ist ein zentraler Wert in unserem Land", betonte die brasilianische Präsidentin und ergänzte: "Es ist mir wichtig, klar zu stellen, dass wir bei der Inflationskontrolle nicht nachlassen werden." Angesprochen auf eine mögliche Verschlechterung der internationalen Bewertung der Kreditwürdigkeit Brasilien, antwortete sie: "Finanzpolitische Verantwortung ist eines der Grundprinzipen für die wirtschaftliche und soziale Entwicklung in unserem Land."

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