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Präsidentin Rousseff: "Brasilien garantiert Sicherheit bei Fußball-WM"

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Sieht die sportlichen Großevents als "historische Chance" für Brasilien: Präsidentin Dilma Rousseff
Sieht die sportlichen Großevents als "historische Chance" für Brasilien: Präsidentin Dilma Rousseff

Brasília. Nach Angaben von Präsidentin Dilma Rousseff ist Brasilien bereit, die Sicherheit während der FIFA-Fußballweltmeisterschaft der Männer vom 12. Juni bis zum 13. Juli zu garantieren.

Durch Investitionen von 900 Millionen Reais (rund 300 Millionen Euro) in Ausrüstung und Überwachungstechnik, "sind wir vorbereitet, damit sich die Weltmeisterschaft ohne Bedrohungen der öffentlichen Ordnung entwickelt", sagte Rousseff am Dienstag im Interview mit einem lokalen Radiosender. Brasilien werde die Sportler, Fans und Fachleute aus aller Welt mit offenen Armen, "Gastfreundlichkeit, Komfort und Sicherheit“ zur WM empfangen, ebenso zu den Olympischen Spielen im Jahr 2016, so die Präsidentin.

Große Sportveranstaltungen wie diese seien eine "historische Chance" für das südamerikanische Land, um Investitionen in die Infrastruktur vorzunehmen und notwendige Arbeiten und Projekte in den verschiedenen Städten voranzubringen. Unter anderem führten diese zur Verbesserung der Mobilität in der Stadt, vor allem im Bereich des öffentlichen Nahverkehrs, betonte die Präsidentin. Integrierte Kommando- und Kontrollstellen mit einer nationalen Zentrale in Brasília und einem "Back-up"-Zentrum in Rio de Janeiro seien in den zwölf Städten eingerichtet worden, in denen die WM-Spiele ausgetragen werden. Polizei und Streitkräfte koordinierten sich bei "Planungen für Aktionen zur Kontrolle und Sicherung der öffentlichen Ordnung" mit dem Justizministerium und den Sicherheitsbehörden der Länder und Gemeinden, sagte Rousseff weiter.

Soziale Organisationen, Bürgerbewegungen und Wissenschaftler kritisieren seit langem nicht nur die Milliardenausgaben für die beiden sportlichen Großevents, sondern fürchten auch eine "Militarisierung der öffentlichen Sicherheit und des öffentlichen Raumes" durch die Aufrüstung von Polizei und Militär sowie die vorgesehen Überwachungs- und Kontrollmaßnahmen an den Austragungsorten.

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Im Juni 2013 war es nach der gewaltsamen Niederschlagung von Protesten gegen Fahrpreiserhöhungen im öffentlichen Nahverkehr in São Paulo landesweit zu Solidaritätsdemonstrationen gekommen, die in wochenlange Massenproteste mündeten. Dabei wurden auch Forderungen laut, mehr staatliche Gelder in Bildung und Gesundheit zu investieren, statt in die WM und die Olympischen Spiele. Durch die Demonstrationen wurde der Ablauf des Confederations Cup zeitweilig gestört. Der Fußballweltverband FIFA forderte daraufhin von der brasilianischen Regierung Garantien ein, dass mögliche Demonstrationen während der WM nicht den Ablauf des Turniers stören werden.

Im vergangenen Jahr wurde bekannt, dass Brasiliens Regierung allein für 70 Millionen US-Dollar unbemannte Aufklärungs- und Verteidigungssysteme zur Überwachung der WM eingekauft hat. Der für die WM zuständige Regierungsvertreter Humberto Freire de Barros betonte unlängst gegenüber Pressevertretern, Brasilien habe das "umfassendste Sicherheitsprogramm der WM-Geschichte".

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