Bolivien / Politik

Allianz von Oppositionsgruppen in Bolivien für Präsidentschaftswahl

rebecadelgado.jpg

Die Senatorin Rebeca Delgado könnte eine der Gegenkandidatinnen von Evo Morales werden
Die Senatorin Rebeca Delgado könnte eine der Gegenkandidatinnen von Evo Morales werden

La Paz. In Bolivien haben sich angesichts der nahenden Präsidentschaftswahlen zwei Oppositionsgruppen auf eine Allianz geeinigt. Die ehemalige Abgeordnete der Bewegung zum Sozialismus (MAS), Rebeca Delgado, die der Organisation Freier Denker für Bolivien (OLB) angehört und die Partei Bewegung ohne Angst (MSM) stellten vergangene Woche ein Acht-Punkte-Dokument mit gemeinsamen Zielen vor. Damit wird das sogenannte Alternative Nationale Übereinkommen geschaffen, welches nach Angaben der Verfasser die Regeneration der Demokratie und ein "gerechtes, brüderliches, autonomes und produktives Bolivien" erreichen will.

OLB und MSM wollen gemeinsam die kulturelle "Wiedergeburt der Vielfalt" anstoßen und unterstützen ein "gerechtes Entwicklungsmodell" abseits des Extraktivismus. In dem Dokument heißt es weiter, die Allianz wolle dem bolivianischen Volk die Gerechtigkeit zurückbringen und rufe alle Sektoren des Landes dazu auf, für die Verwirklichung eines Lebens in Würde zu kämpfen. Delgado sagte, sie bedauere es, der MAS von Präsident Evo Morales vertraut zu haben.

Von Seiten der MAS-Regierung wurden das Abkommen und seine Ziele als neoliberal und dem Prozess des Wandels nicht zuträglich kritisiert. Der Präsident der Kammer der Senatoren, Eugenio Rojas, bat Delgado außerdem darum, ihr Mandat in der Kammer niederzulegen, wenn sie als Präsidentschaftskandidatin bei den Wahlen am 5. Oktober antreten wolle.

Die Opposition ist in Bolivien stark fragmentiert und liegt in den Umfragen deutlich hinter der regierenden MAS. Die letzten Erhebungen gehen von circa 14 Prozent der Stimmen für die Parteien aus, die sich in der sogenannten Breiten Front (Frente Amplio) zusammengeschlossen haben und deren Spitzenkandidat Samuel Doria Medina von der rechtsorientierten Partei Nationale Einheit (UN) ist. Weit abgeschlagen ist auch der aktuelle Gouverneur von Santa Cruz, Rúben Costas, von der Sozialen Demokratischen Bewegung (MDS). Währenddessen kann der amtierende Präsident Evo Morales mit mindestens 38 Prozent der Stimmen rechnen.

Unterstützen Sie amerika21 mit einer Spende via Flattr