ALBA-Gipfeltreffen in Havanna hebt soziale Erfolge hervor

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13. ALBA-Gipfeltreffen in Havanna
13. ALBA-Gipfeltreffen in Havanna

Havanna. Der achte Gipfel der Bolivarischen Allianz (ALBA) hat am vergangenen Sonntag anlässlich des zehnjährigen Bestehens des Bündnisses in Kuba stattgefunden. Präsidenten und Regierungsvertreter der Mitgliedsländer wiesen in ihren Reden auf die wichtige Rolle von Fidel Castro und Hugo Chavéz sowie der kubanischen Revolution hin. ALBA war im Dezember 2004 auf Initiative der damaligen Präsidenten Kubas und Venezuelas gegründet worden.

Das Bündnis, dem mittlerweile elf Länder angehören, entstand nach dem Scheitern der von den USA angestrebten gesamtamerikanischen Freihandelszone ALCA als Gegenentwurf. Die Mitglieder arbeiten auf der Basis von Solidarität und Komplementarität zusammen. ALBA ist ein politischer, ökonomischer, sozialer und kultureller Zusammenschluss. Die Bekämpfung der Armut und des Analphabetismus hat höchste Priorität.

Wie die Redner des Gipfels betonten, haben die beteiligten Länder große Fortschritte in der Entwicklung gemacht. So konnten die Armut und der Analphabetismus stark reduziert werden. Kuba unterstützte dies durch den Einsatz von tausenden von Ärzten, der Durchführung von Augenoperationen und der Ausbildung von Ärzten an der internationalen Universität in Havanna. Im Rahmen des Bündnisses Petrocaribe liefert Venezuela Erdöl an die Partner zu einem reduzierten Preis, damit die Länder Geld für Sozial- und Gesundheitsprogramme haben.

Der Präsident Boliviens, Evo Morales, bedankte sich, wie viele andere Redner auch, bei den Gründervätern, ohne deren Engagement die positive Entwicklung nicht möglich gewesen wäre.

Die größte Herausforderung sehen die Mitglieder in der Klimakrise. Für den Klimagipfel 2015 in Paris wollen die Länder gemeinsame Initiativen einbringen. In Bolivien soll zudem ein weltweiter Klimagipfel der Völker stattfinden.

In dem vom venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro verlesenen Abschlussdokument des Gipfeltreffens erklärten sich die ALBA-Mitglieder solidarisch mit Kuba und Venezuela. Kuba unterliegt immer noch einer Blockade durch die USA und Venezuela wurde vergangene Woche durch einen Beschluss des Kongresses mit neuen Sanktionen belegt.

Der Vizepräsident Ecuadors, Jorge Glas, kritisierte, dass Länder, die selber die Menschenrechte verletzen, anderen Menschenrechtsverletzungen vorwerfen und sie sanktionieren. Evo Morales forderte eine Anklage wegen Folter gegen die USA vor dem internationalen Gerichtshof in Den Haag. Beide sehen eine Bedrohung der fortschrittlichen Länder in Lateinamerika durch eine konservative Restauration. Diese erhalte Finanzierung aus den USA und Europa und versuche, die Länder und Bevölkerungen zu spalten.

Mitglieder von ALBA sind Bolivien, Dominica, Ecuador, Kuba, Nicaragua, St.Vincente und Granadinen, St. Lucia, Surinam und Venezuela. Mit Grenada und Cristóbal y Nieves kamen am Sonntag zwei neue Länder in das Bündnis.

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