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Venezuela und Kuba planen eine Alba-Impfstoffbank

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Alba-Sozialrat und Vorstand der Alba-Bank haben ein Koordinationstreffen abgehalten, um den Zugang zu Behandlungen der Coronavirus-Krankheit zu gewährleisten
Alba-Sozialrat und Vorstand der Alba-Bank haben ein Koordinationstreffen abgehalten, um den Zugang zu Behandlungen der Coronavirus-Krankheit zu gewährleisten

Caracas/Havanna. Die Regierungen von Venezuela und Kuba haben mit dem Aufbau einer Impfstoffbank für die Mitgliedsstaaten der Bolivarischen Allianz für die Völker Unseres Amerika – Völkerhandelsvertrag (Alba-TCP) begonnen. Diese Initiative entstand während des 18. Gipfels von Alba-TCP im vergangenen Dezember, um den absehbaren Bedarf an Impfstoffen aller Mitglieder und in Lateinamerika und der Karibik zu decken.

Der Sozialrat des Bündnisses und der Vorstand der Alba-Bank mit Sitz in Caracas haben ein Koordinationstreffen abgehalten, um den sicheren Zugang zu Behandlungen für die Coronavirus-Krankheit zu gewährleisten.

Den Anstoß für eine solche Politik, die darauf abzielt, Ungleichheit, Kontrolle und Aneignung von Impfstoffen gegen Covid-19 zu beenden, hatte Venezuela ergriffen.

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Der venezolanische Staatschef Nicolás Maduro informierte nun die Öffentlichkeit, dass die Impfstoffbank aufgebaut werde. Der Umsetzung ging ein offizieller Besuch der Vizepräsidentin Delcy Rodríguez in Kuba voraus. In dessen Verlauf wurde der Schritt mit dem kubanischen Präsidenten Miguel Díaz-Canel besprochen und von diesem bestätigt.

Maduro sprach in diesem Kontext auch über die schwierige Situation der Covid-19-Pandemie in den Ländern der Region und hob hervor, dass die medizinischen Bedürfnisse der lateinamerikanischen und karibischen Nationen angesichts der bestehenden Ungleichheit beim Zugang zu diesen Mitteln auf globaler Ebene erfüllt werden müssten. "Es gibt ein Monopol auf Impfstoffe, das das bestehende ungleiche Weltsystem aushebelt. Angesichts dessen hat Alba beschlossen, eine Bank für Impfstoffe, Medikamente und diagnostische und PCR-Tests zu schaffen", so der venezolanische Präsident in einem Tweet am Dienstag.

Die Vereinten Nationen (UN) hatten zuvor schon den Führungen einer Gruppe reicher Länder vorgeworfen, die Bedürfnisse weniger entwickelter Nationen zu ignorieren und um den Kauf großen Mengen von Covid-19-Impfstoffen zu konkurrieren. "Jetzt sehen wir, wie Impfstoffe schnell die reichen Länder erreichen und die armen Länder keine bekommen", warnte UN-Generalsekretär António Guterres, der zu Solidarität und gemeinsamen globalen Anstrengungen zur Überwindung der Pandemie aufrief.

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