Ecuador / Menschenrechte

Angehörige von Verschwundenen in Ecuador fordern Aufklärung

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Kundgebung der Vereinigung der Angehörigen und Freunde verschwundener Personen (Asfadec) in Quito
Kundgebung der Vereinigung der Angehörigen und Freunde verschwundener Personen (Asfadec) in Quito

Quito. Bei einer Zusammenkunft der Vereinigung der Angehörigen und Freunde verschwundener Personen (Asfadec) mit Regierungsvertretern und dem Präsidenten Ecuadors, Rafael Corrrea, hat Justizministerin Ledy Zúñiga eingeräumt, dass es bei der Aufklärung der Fälle von Verschwundenen in dem südamerikanischen Land "Trägheit" einiger Beamter gegeben habe. Sie kündigte weitere Sanktionen für die Verantwortlichen an. Es seien bereits 22 Staatsbedienstete und Untersuchungsbeamte in dem Zusammenhang bestraft oder auch entlassen worden.

Außerdem sollen venezolanische und kolumbianische Experten in forensischer Anthropologie die Arbeit der ecuadorianischen Staatsanwaltschaft und der Nationalen Direktion für Straftaten gegen das Leben, gewaltsame Todesfälle, Verschwundene, Erpressung und Entführung (Dinasep) unterstützen. Die Dinasep war nach dem ersten Treffen Correas mit der Angehörigengruppe Ende 2013 gegründet worden. Das Fehlen von Experten hatte die Aufklärung der Fälle bisher verzögert. Die Ministerin erklärte weiter, dass die Staatsanwaltschaften gestärkt und eine nationale Koordination der Fälle etabliert werden solle. Nach Angaben der Generalstaatsanwaltschaft gelten in Ecuador derzeit 1.606 Menschen als verschwunden.

Bei dem Treffen im Präsidentenpalast merkte Correa an, dass "die Strukturen des Staates bedauerlicherweise immer noch auf Machtinteressen reagieren". Die Ursache dafür, dass Angehörige der Verschwundenen unter der Trägheit der Behörden zu leiden hatten, läge darin, dass es sich bei ihnen nicht um eine mächtige Gruppe handle. Der Präsident betonte, dass die Aufklärung der Fälle von Verschwundenen eine Priorität der Regierung sei.

Der Leiter der nationalen Rechtshilfebehörde (Defensoría Pública), Ernesto Pazmiño, der ebenfalls an dem Treffen teilnahm, sagte, es gebe bei einigen Fällen Anzeichen dafür, dass Menschenhandel dahinter stehe. Er wies darauf hin, dass eines der Probleme, die in der Debatte aufgetaucht waren, der Mangel an Forensikspezialisten in Ecuador sei, so dass aufgefundene Spuren bislang nicht entsprechend untersucht werden konnten.

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