Schwedens Justiz vernimmt Assange in Ecuadors Botschaft

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Julian Assange lebt seit 2012 im Asyl in der Botschaft von Ecuador in London
Julian Assange lebt seit 2012 im Asyl in der Botschaft von Ecuador in London

Stockholm/London/Quito. Die schwedische Justiz hat sich nun doch bereit erklärt, den Mitbegründer der Enthüllungsplattform Wikileaks, Julian Assange, in der Botschaft Ecuadors in London zu vernehmen. Dies gab der Außenminister von Ecuador, Ricardo Patiño, via Twitter bekannt. Generalstaatsanwältin Marianne Ny sei "nach fast 1.000 Tagen" auf das Gesuch von Assange und das Angebot der ecuadorianischen Regierung eingegangen, die Erklärungen des Beschuldigten in den Räumen der Botschaft entgegenzunehmen und ihn dort zu befragen.

Der Anwalt von Assange, Per Samuelson, erklärte gegenüber Medienvertretern, sein Mandant sei "glücklich über die Entscheidung, er will befragt werden und seinen Namen reinwaschen, damit sein Leben weitergeht".

Das zuständige Gericht in Schweden hatte am 10. März einer Beschwerde der Anwälte stattgegeben und angeordnet, die Staatsanwaltschaft müsse eine weitere Untersuchung des Falles "basierend auf dem Grundsatz der Verhältnismäßigkeit" durchführen. Einige der gegen den Beschuldigten erhobenen Vorwürfe könnten demnächst verjähren.

Julian Assange hatte im Juni 2012 Asyl in der Botschaft von Ecuador beantragt, da er davon ausging, dass sein Leben in Gefahr ist, wenn er nach Schweden und von dort in die USA ausgeliefert wird. Er sollte in Schweden im Rahmen eines Verfahrens wegen Sexualstraftaten vernommen werden. In den USA wird ihm der Verrat militärischer Geheimnisse über die Kriege im Irak und in Afghanistan vorgeworfen.

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