Mercosur-Gipfel will wirtschaftliche Einigung voranbringen

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Venezuelas Präsident Nicolás Maduro (Mitte) übergab den Pro-Tempore-Vorsitz des Mercosur an Argentinien
Venezuelas Präsident Nicolás Maduro (Mitte) übergab den Pro-Tempore-Vorsitz des Mercosur an Argentinien

Caracas. Die Staatschefs der Mitgliedsländer des südamerikanischen Wirtschaftsbündnisses Mercosur haben bei ihrem 46. Gipfeltreffen eine Reihe von Maßnahmen beschlossen, um die wirtschaftliche Einigung des Kontinents voranzubringen. Dazu soll eine sogenannte "Komplementäre Wirtschaftszone" zwischen dem Mercosur, dem linksgerichteten Staatenbündnis ALBA und der Energie-Allianz Petrocaribe aufgebaut werden. Dieser Wirtschaftsraum würde 24 Staaten Lateinamerikas und der Karibik umfassen.

Venezuelas Präsident Nicolás Maduro hob den eigenständigen Charakter der lateinamerikanischen Integrationsprozesse im Bereich der Wirtschaft hervor: "Es geht um viel mehr als um den sogenannten Freihandel. Das Ziel ist ein gerechter und integrierender Handel, um gemeinsame Investitionen zu befördern und die Produktivkräfte zu entwickeln", so der Gastgeber des Gipfels.

Als weitere Maßnahme sehen die Mercosur-Länder eine gemeinsame Unterstützung der Bank des Südens vor. Diese Institution war Ende 2007 auf Initiative der damaligen Präsidenten Venezuelas und Argentiniens, Hugo Chávez und Néstor Kirchner, von sieben südamerikanischen Staaten gegründet worden und soll die Finanzierung von Infrastrukturprojekten und eine unabhängige Wirtschaftsförderung ermöglichen. Bisher war die Aufnahme der Geschäfte aufgrund der noch ausstehenden Ratifizierung durch die Parlamente Brasiliens und Paraguays verzögert worden.

In einer gemeinsamen Erklärung bekräftigten die Mitgliedsstaaten des Mercosur ihre Solidarität mit Argentinien angesichts der jüngsten Auseinandersetzungen mit US-amerikanischen Hedgefonds. Zum Abschluss des Gipfels übergab Venezuelas Präsident Maduro die rotierende Präsidentschaft des Mercosur an seine argentinische Amtskollegin Cristina Fernández. Als wichtigste Ziele ihrer einjährigen Präsidentschaft nannte Fernández die "Unterordnung der Wirtschaft unter die Politik, um die Entwicklung unserer Länder steuern zu können" und die Förderung einer multipolaren Welt, in der die "Zusammenarbeit und gegenseitige Ergänzung" zwischen den Staaten die leitenden Prinzipien sein müssten.

Neben den Staatschefs der Mercosor-Mitglieder Argentinien, Brasilien, Paraguay, Uruguay und Venezuela nahmen an dem Gipfel auch Boliviens Präsident Evo Morales und der neugewählte Staatschef El Salvadors, Salvador Sánchez Cerén, teil. Die geplante Mitgliedschaft Boliviens in der Wirtschaftsallianz befindet sich gegenwärtig im Prozess der Ratifizierung.

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