Venezuela will Gelder aus Devisenbetrug zurückholen

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Venezuela hat unterschiedliche Wechselkurse für Importe prioritärer Güter, nicht prioritärer Güter sowie für private Auslandsreisen
Venezuela hat unterschiedliche Wechselkurse für Importe prioritärer Güter, nicht prioritärer Güter sowie für private Auslandsreisen

Caracas. Die Nationalversammlung in Venezuela arbeitet derzeit an einem Gesetz zur Rückführung von Geldern aus Devisenbetrug. Darüber informierte der Abgeordnete der regierenden Vereinten Sozialistischen Partei Venezuelas (PSUV), Hugbel Roa. Mit dem Gesetz sollten jene Unternehmen zur Rechenschaft gezogen werden, "die illegale Handlungen gegen die Republik verübt haben".

Roa äußerte sich über das brisante Thema in einem Interview mit Globovision. Er vertrat zudem, dass die federführende Ermittlungsbehörde gegen den Missbrauch, den Unternehmen und Einzelpersonen zwischen 2012 und 2013 mit ihnen gewährten Devisenzuteilungen begangen hatten, ihre Arbeit weiterführen sollte.

Am 21. Mai dieses Jahres teilte die Generalstaatsanwältin Venezuelas, Luisa Ortega Diaz, mit, dass sie eine Liste von Briefkastenfirmen wie auch von 277 Einzelpersonen veröffentlichen werde, die in den vergangenen Jahren ermittelt worden seien.

Die Regierung des südamerikanischen Landes hatte im Jahr 2013 eine Reihe von Untersuchungen initiiert, nachdem die ehemalige Präsidentin der Zentralbank von Venezuela, Edmée Betancourt, behauptet hatte, dass der Staat etwa 20 Milliarden US-Dollar Devisenzuteilungen an fragwürdige Unternehmen gewährt habe.

Der Zugang zu Devisen ist in Venezuela geregelt, um das Land vor Währungsspekulation zu schützen. Die Effektivität der entsprechenden Maßnahmen wird von vielen Ökonomen verneint. Kritiker weisen zudem darauf hin, dass das gültige System der Devisenzuweisung den Missbrauch begünstige.

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