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Assange: Snowden sollte mit Evo Morales aus Moskau ausfliegen

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Evo Morales 2009 in Wien. Vier Jahre später wurde er hier zur Landung gezwungen
Evo Morales 2009 in Wien. Vier Jahre später wurde er hier zur Landung gezwungen

La Paz/London. Aktivisten der Enthüllungsplattform Wikileaks haben gemeinsam mit der Regierung von Venezuela im Jahr 2013 eine geheime Ausreise des ehemaligen US-Geheimdienstmitarbeiters Edward Snowden aus Moskau nach Lateinamerika geplant. Dafür sei die Regierungsmaschine des bolivianischen Präsidenten Evo Morales vorgesehen gewesen. Dies gab Wikileaks-Gründer Julian Assange in einem am Sonntag veröffentlichten Gespräch mit der bolivianischen Tageszeitung "El Deber" bekannt.

"Wir erörterten zunächst die Möglichkeit, Snowden im Flugzeug des venezolanischen Staatschefs Nicolás Maduro auszufliegen", sagte Assange der Zeitung bei einem Interview in der ecuadorianischen Botschaft in London. Da die Maschine Maduros jedoch vom US-Geheimdienst beobachtet worden sei, sei in Betracht gezogen worden, Snowden im Flugzeug von Morales nach Lateinamerika zu fliegen.

Beide Präsidenten befanden sich zu einer Konferenz in der russischen Hauptstadt. Der Plan sei aufgegeben worden, als klar wurde, dass europäische Regierungen den Überflug der Maschine von Morales sperren wollten.  Das bolivianische Präsidenten-Flugzeug wurde damals in Wien in einem diplomatisch einmaligen Vorgang zu einer Zwischenlandung gezwungen. Erst nachdem klar war, dass Snowden sich nicht an Bord befand, wurde der Weiterflug genehmigt. Bolivien machte damals die USA für den Vorfall verantwortlich.

Der Wikileaks-Mitbegründer Julian Assange hatte im Juni 2012 selbst Asyl in der Botschaft von Ecuador beantragt, da er davon ausging, dass sein Leben in Gefahr ist, wenn er nach Schweden und von dort in die USA ausgeliefert wird. Er sollte in Schweden im Rahmen eines Verfahrens wegen Sexualstraftaten vernommen werden. In den USA wird ihm der Verrat militärischer Geheimnisse über die Kriege im Irak und in Afghanistan vorgeworfen.

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