Guatemala / Politik

Guatemalas Präsident leugnet Verstrickung in Netzwerk der Korruption

Guatemala-Stadt. In Guatemala haben in den vergangenen Tagen erneut zehntausende Menschen bei Demonstrationen den Rücktritt des Staatschefs Otto Pérez Molina gefordert. Dem konservativen Politiker wird vorgehalten, tief in ein Netzwerk korrupter Politiker und Verwaltungsangestellter verwickelt zu sein.

Pérez Molina verteidigte sich am Montag auf einer Pressekonferenz in der Hauptstadt erneut gegen die Vorwürfe. Er sei in kein Korruptionsnetzwerk verstrickt, sagte er, während die Proteste im Land andauerten. Er wehrte sich damit auch gegen Darstellungen der Staatsanwaltschaft. Die entsprechenden Beweise seien "aus dem Zusammenhang gerissen", sagte Pérez Molina.

Am vergangenen Donnerstag waren Kleinbauern, Studenten, Arbeiter, Gewerkschafter und Akademiker in einer Großdemonstration durch Guatemala-Stadt gezogen, um neben dem Rücktritt des Staatschefs tiefgreifende Veränderungen im politischen System zu fordern. Zur größten Menschenansammlung kam es auf dem Hauptplatz von Guatemala-Stadt, dem Platz der Verfassung. Ab den frühen Morgenstunden versammelten sich dort Tausende Guatemalteken aus verschiedenen Teilen des Landes. "Ich habe keinen Präsidenten", "Unter diesen Bedingungen wollen wir keine Wahlen" und "Tritt endlich zurück" waren nur einige der Parolen, die von Männern, Frauen, Jugendlichen und Kindern gerufen wurden.

Seit April war es auf dem Platz wiederholt zu massiven Protesten gekommen, nachdem die Internationale Kommission gegen die Straflosigkeit in Guatemala (CICIG)und die Staatsanwaltschaft ein Korruptionsnetzwerk aufdeckten, das den guatemaltekischen Staatsapparat durchzieht. Dies führte dazu, dass die Bürger des Landes auf die Straßen gingen, um gegen die weit verbreitete Korruption im Land zu protestieren.

Auf dem Platz der Verfassung waren Bewohner aus San Marcos, Amtsträger aus den 48 Verwaltungsbezirken von Totonicapán, Mitglieder des Rates der Maya-Anführer des Volkes Ixil und Aktivisten der LGTB-Bewegung anzutreffen, neben der Bauernschaft und weiteren Gruppen der Gesellschaft.

Auch versammelten sich dort Studierende und Lehrende verschiedener Universitäten, die, ausgehend von den Hauptsitzen der jeweiligen Hochschule, einen Sternmarsch auf den zentralen Platz organisierten.

Ebenso schlossen sich Ärzte der Großkundgebung an. Sie prangertenden den Mangel an Medikamenten und die prekären Bedingungen im Gesundheitssystem an.

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