Menschenrechtspreis für Aktivisten in Kolumbien

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Die Fraueninitiative "Mujeres caminando por la verdad" wurde für ihren Einsatz geehrt
Die Fraueninitiative "Mujeres caminando por la verdad" wurde für ihren Einsatz geehrt

Bogotá. Die Fraueninitiative "Mujeres caminando por la verdad" (Frauen unterwegs für die Wahrheit) ist mit dem Nationalen Menschenrechtspreis geehrt worden. Die Aktivistinnen, Familienangehörige verschwundener oder ermordeter Menschen aus der Comuna 13 in Medellín, setzen sich seit Jahren für die Aufklärung der Fälle von Verschwindenlassen ein. Dafür wurden sie als “Kollektiver Prozess des Jahres” ausgezeichnet. Dem Engangement der Frauengruppe war es zuletzt zu verdanken, dass die Exhumierung des vermutlich größten Massengrabs in Kolumbien, “La Escombrera”, mit vermutlich 300 Leichen im Juli in Medellín begonnen werden konnte.

Der Nationale Menschenrechtspreis in Kolumbien ist von zehn internationalen Menschenrechtsorganisationen im Jahr 2012 geschaffen worden. Eine führende Rolle dabei hat die kirchliche Entwicklungsorganisation Diakonia aus Schweden inne.

Neben den Frauen erhielt in derselben Kategorie auch die Organisation COS-PACC den Preis. Der Zusammenschluss von Bauern, der in den 1990er Jahren im Bezirk Casanare der Ermordung durch Militärs entgangen war, berät Gemeinschaften, die Opfer staatlicher Gewalt wurden.

Als "Menschenrechtsverteidigerin des Jahres" wurde die Aktivistin Francia Elena Marquéz prämiert. Die Afrokolumbianerin aus dem Bundesstaat Cauca bekam die Auszeichnung für ihr Engagement gegen illegale Bergbauaktivitäten in den kollektiv verwalteten Territorien der Afrogemeinschaften um La Toma.

Fast ihr "ganzes Leben" hat Fabiola Lalinde der Wahrheit um das Verschwinden und die Ermordung ihres Sohnes in den 80er Jahren in Antioquia gewidmet, daher wurde sie ebenfalls ausgezeichnet.

Die Organisation Cocomacia aus dem Chocó nahm die Ehrung als “Organisation mit langem Werdegang” entgegen. Seit 35 Jahren setzt sie sich in der Pazifikregion für die Anerkennung und Sichtbarmachung der territorialen Rechte der Afrogemeinschaften ein.

Mit dem Preis wird das Engagement von Menschen und Organisationen in Kolumbien hervorgehoben, die sich beispielhaft und unter Einsatz ihres Lebens für die Einhaltung von Menschenrechten und die Aufklärung im Falle ihrer Verletzungen einsetzen.

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