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16.09.2015 Kolumbien / Politik

Zusammenarbeit der Guerillagruppen in Kolumbien?

Der oberste Kommandant der Nationalen Befreiungsarmee (ELN), Nicolás Rodríguez Bautista

Der oberste Kommandant der Nationalen Befreiungsarmee (ELN), Nicolás Rodríguez Bautista

Bogota. Der Oberkommandierende der kolumbianischen Guerillaorganisation Nationalen Befreiungsarmee (ELN), Nicolás Rodríguez Bautista, hat neben weiteren Fortschritten in den Vorverhandlungen zu Friedensgesprächen mit der Regierung des südamerikanischen Landes eine mögliche Wiederbelebung der "Coordinadora Guerrillera Simón Bolívar" (Guerilla-Koordination Simón Bolívar) verkündet.

In einem Interview mit den Nachrichtenportalen Brasil de Fato, Colombia Informa und Resumen Latinoamerica gab Rodriguez, alias Gabino, Sondierungen zwischen dem Sekretariat der Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens (Farc) und dem Zentralkommando der ELN während der vergangenen Monate bekannt. Ein mehrheitlicher Zuspruch für das Vorhaben sei auch bei den Mitgliedern der beiden größten Guerillagruppen vorhanden.

Wie Gabino erläuterte, könnte eine Neuformierung und Umstrukturierung der Guerillabewegungen eine neue Dimension im aktuellen Friedensprozess eröffnen. Ein koordiniertes Agieren von Farc und ELN im Sinne der gemeinsamen Ziele, die immer größer werdende Schere zwischen Arm und Reich und soziale Ausgrenzungen zu überwinden, könne ein starker Ausgangspunkt für den weiteren Dialog mit der Regierung sein. Wenn die Guerilla geeint und gemeinsam verhandle und den vereinbarten Punkten zustimme, sei ein Friedensprozess dauerhafter und effektiver. Zudem sei ein solches Auftreten und Vorgehen "ein sehr gutes Zeichen für das kolumbianische Volk" und in seinem Sinne.

Die einstige Guerillera-Koordination Simón Bolívar bestand zwischen 1987 und 1990 und vereinte die wichtigsten Guerillagruppen des Landes, neben Farc und ELN waren das Volksbefreiungsheer (EPL) und die Bewegung 19. April (M19) beteiligt. Die im Mai 1991 begonnen Friedensgespräche der Koordination mit der damaligen Regierung unter Präsident César Gaviria waren im Juni 1992 ergebnislos abgebrochen worden.

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02.09.2015 Nachricht von Ani Dießelmann