Bildungsproteste gegen Korruption und für Reformen in Paraguay

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Schüler und Studierende protestieren gegen Korruption und für würdige Bildung
Schüler und Studierende protestieren gegen Korruption und für würdige Bildung

Asunción. Ein Streik und Proteste auf dem Campus der Nationalen Universität von Asunción (UNA), der Hauptstadt Paraguays, halten an. Studierende halten verschiedene Fakultäten besetzt, um ein Vorgehen gegen Korruption in der Führung der Hochschule zu erreichen. 

Auslöser der Protestaktion waren Korruptionsvorwürfe gegen das Rektorat der Universität. Der ehemalige Rektor Froilán Peralta sitzt inzwischen im Gefängnis Tacumbú. Die Ermittlungen in dem Korruptionsfall befinden sich noch am Anfang. Peralta selbst weist die Vorwürfe zurück.

Dennoch besetzen die Studierenden nach wie vor den Campus San Lorenzo. "Wir gehen erst, wenn die Korruption und Straffreiheit im Land aufhören", heißt es auf einem der Plakate zur Protestaktion. Man wisse nicht, wie lange die Streiks in den Fakultäten noch anhalten werden, heißt es vonseiten der Aktivisten, aber man werde so lange bleiben, bis die grundlegenden Forderungen erfüllt sind: Rücktritte weiterer Führungskräfte, die im Verdacht der Korruption stehen, sowie eine demokratischere Universitätssatzung und eine verbesserte Qualität der Bildung, so Arturo Cano, einer der Anführer der Protestbewegung.

Die Bildungsproteste in dem südamerikanischen Land hatten mit einer Massendemonstration am 18. September begonnen, bei der sich erstmals Schüler öffentlicher und privater Schulen gemeinsam für ein besseres Bildungssystem eingesetzt haben. In diesem Kontext wurde am vergangenen Donnerstag ein nationaler Streik für eine qualitativ hochwertigere Bildung initiiert. Nachdem man zu keiner Einigung mit Vertretern des Ministeriums für Bildung und Kultur gekommen war, organisierten die Schüler einen Sitzstreik vor dem Ministeriumsgebäude.

Vergangene Woche haben sich Vertreter öffentlicher und privater Schulen sowie Mitglieder der Studentenbewegung mit Vizepräsident Juan Afara getroffen, um ihre Forderungen darzulegen. Afara erklärte sich bereit, diese gegenüber Präsident Horacio Cartes und Bildungsministerin Marta Lafuente zu thematisieren, berichtete Daisy Hume von der Studentenorganisation Unión Nacional De Centros De Estudiantes Del Paraguay.

Anfang der Woche soll es zu einem Treffen zwischen Vertretern der Studentenbewegung und Präsident Cartes im Regierungspalast kommen.

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