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15.10.2015 Ecuador / Soziales

Ecuador führt Rente für Hausarbeit ein

"Jetzt wird meine Arbeit anerkannt": Hausfrauen tragen den Slogan der IESS-Kampagne auf ihren T-Shirts

"Jetzt wird meine Arbeit anerkannt": Hausfrauen tragen den Slogan der IESS-Kampagne auf ihren T-Shirts

Quelle: andes.info.ec

Quito. Ecuador hat zum 1. Oktober Hausfrauen und -männer in das staatliche Sozialversicherungssystem aufgenommen. Dank einem neuen Gesetz erhalten Menschen, deren Hauptbeschäftigung in Haushaltsarbeiten besteht, künftig mit Erreichen des Rentenalters eine Altersrente der staatlichen Sozialversicherung IESS.

Damit wird dem Verfassungsartikel 369 genüge getan, der eine "Universalisierung" der Sozialversicherungsleistungen vorsieht. Die Versicherungsbeiträge für Personen, die unbezahlte Haus- oder Pflegearbeit leisten, werden zum größten Teil vom Staat einbezahlt. Jährlich will die Regierung von Präsident Rafael Correa rund 27 Millionen US-Dollar investieren, um die Rentenbeiträge zu garantieren.

Betty Tola, Leiterin des Ministeriums für wirtschaftliche und soziale Teilhabe (MIES), bezeichente das Gesetz als "großen Schritt hin zur Anerkennung dieser produktiven Arbeit, die früher stets unsichtbar gemacht wurde".

Besonders wichtig ist das neue Gesetz laut Tola für die rund 234.000 Hausfrauen in Ecuador, die gegenwärtig den "Bono de Desarrollo Humano" (Gutschein für menschliche Entwicklung) erhalten. Diese staatliche Mindestleistung von 50 US-Dollar pro Monat wird an besonders bedürftige Familien bezahlt. Sie werden durch die automatische Eingliederung in die Sozialversicherung IESS im Alter in Genuss einer Rente kommen.

Das Renteneintrittsalter liegt in Ecuador bei 65 Jahren. Die Mindestrente beträgt gegenwärtig 79 US-Dollar im Monat, soll laut Ministerin Tola aber jährlich mindestens im Rahmen eines vollumfänglichen Teuerungsausgleichs steigen.

Neben Altersrenten umfasst das IESS-System auch Zahlungen bei körperlicher Beeinträchtigung oder Behinderung, Waisen- und Witwenrenten sowie Unterstützungszahlungen bei Todesfällen, damit Familien eine würdige Beerdigung bezahlen können.

In den acht Jahren des als "Bürgerrevolution" bezeichneten Reformprozesses unter Präsident Correa ist die Anzahl bei IESS versicherten Bürgerinnen und Bürger von 21 auf 42 Prozent der Bevölkerung gestiegen. Mit der Integration der Hausfrauen und -männer in das staatliche Rentensystem wird dieser Anteil weiter erhöht.

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29.10.2011 Nachricht von Eva Haule