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Großbritannien verweigert Julian Assange medizinische Untersuchung

Julian Assange lebt seit 2012 im Asyl in der Botschaft von Ecuador in London

Julian Assange lebt seit 2012 im Asyl in der Botschaft von Ecuador in London

Quelle: andes.info.ec

London/Quito. Die britische Regierung gibt dem Mitbegründer der Enthüllungsplattform Wikileaks, Julian Assange, kein freies Geleit für eine Untersuchung im Krankenhaus. Dies gab der Außenminister von Ecuador, Ricardo Patiño, bei einer Pressekonferenz bekannt.

Assange, der seit mehr als drei Jahren im Asyl in der Botschaft von Ecuador in London lebt, leidet seit Juni dieses Jahres unter ständig zunehmenden Schmerzen, erklärte Patiño. Die Ärztin der Botschaft, Laura Wood, halte eine Magnetresonanztomographie-Untersuchung für dringend erforderlich, um die Ursachen abzuklären. Diese kann aber nur in einem Krankenhaus durchgeführt werden. Das ecuadorianische Außenministerium hatte daher am 30. September 2015 Großbritannien ersucht, diesen kurzzeitigen Krankhausaufenthalt zu ermöglichen. Ecuador sei bereit, bestimmte Bedingungen zu vereinbaren: "Sie können das Auto mit 10.000 Polizisten bewachen, wenn sie wollen. Das sichere Geleit ins Krankhaus würde nur einige Stunden andauern, damit Herr Assange medizinisch untersucht werden kann, um die Ursache für seine Erkrankung zu diagnostizieren", sagte Patiño.

Die britische Regierung lehnte ab. Es stehe Assange frei, die Botschaft für jede notwendige medizinische Maßnahme zu verlassen, der europäische Haftbefehl müsse jedoch vollstreckt werden, hieß es in dem Antwortschreiben. Ecuadors Außenminister  kritisierte die Entscheidung scharf: selbst in Zeiten von Kriegen und Konflikten müsse sicheres Geleit aus humanitären Gründen gewährt werden, damit eine schwer erkrankte Person medizinisch versorgt werden kann.

Julian Assange hatte im Juni 2012 Asyl in der Botschaft von Ecuador beantragt, da er davon ausging, dass sein Leben in Gefahr ist, wenn er nach Schweden und von dort in die USA ausgeliefert wird. Er soll in Schweden im Rahmen eines Verfahrens wegen Sexualstraftaten vernommen werden. In den USA wird ihm der Verrat militärischer Geheimnisse über die Kriege im Irak und in Afghanistan vorgeworfen.

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24.11.2014 Nachricht von Vilma Guzmán