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14.11.2015 Mexiko / Menschenrechte

Erneute Kritik an Justiz in Mexiko nach mutmaßlichem Massaker

Bild von Julio Cesar Mondragón bei einer Demonstration in Mexiko-Stadt. Der junge Mann ist das bislang einzige bekannte Todesopfer der Gruppe, während die übrigen als vermisst gelten

Bild von Julio Cesar Mondragón bei einer Demonstration in Mexiko-Stadt. Der junge Mann ist das bislang einzige bekannte Todesopfer der Gruppe, während die übrigen als vermisst gelten

Quelle: facebook.com

Mexiko-Stadt. Die Nationale Menschenrechtskommission (CNDH) in Mexiko hat die Arbeit der Staatsanwaltschaft in Bezug auf die mutmaßliche Ermordung von 43 Lehramtsstudenten scharf kritisiert. Das Gremium äußerte sich zum Fall Iguala, bei dem am 26. September vergangenen Jahres 43 Lehramtsstudenten von Polizisten im Bundesstaat Guerrero verschleppt worden waren. Bis heute gelten sie als verschwunden.

In einer Pressemitteilung betont die CNDH, dass die Staatsanwaltschaft 26 Empfehlungen zu den Ermittlungen nicht nachgekommen sei. Unter anderem heißt es:

  • Die Identifizierungskarteikarten der 43 Lehramtsstudenten müssten ergänzt und in die Ermittlungsakten eingefügt werden. Sie sollen Information über Blutgruppe, über besondere Merkmale, wie Tätowierungen und Narben, sowie Fingerabdrücke beinhalten;
  • Die Suche nach den jungen Männern soll fortgeführt werden;
  • Die Telefonanrufe von zwei der bis heute verschwundenen Lehramtsstudenten mit Angehörigen und vertrauten Personen in der Nacht ihrer Verschleppung sollen verfolgt werden;
  • Mitglieder des 27. Militärbataillons sollen befragt werden;
  • Das Verteidigungsministerium soll konkrete Informationen darüber zur Verfügung stellen, ob einige der verschwundenen Lehramtsstudenten zum Militär gehörten.

Die Antwort der Staatsanwaltschaft gegenüber der CNDH sei unzureichend und ungenau, heißt es weiter. Von den insgesamt 26 Empfehlungen der Kommission seien nur zwei teilweise befolgt worden, wobei eine sich auf die internationale Zusammenarbeit für die Festnahme der verfolgten Täter bezieht und die zweite auf Ermittlungen über die Struktur der Drogenbanden Guerreros Unidos und Los Rojos. Diese sollen die jungen Männer umgebracht haben.

Indes haben die Eltern der verschwundenen Lehramtsstudenten auf ihrer Facebook-Seite eine Verleumdungskampagne in den mexikanischen Medien angeprangert. Sie beziehen sich auf einen Zeitungsartikel in dem über eine angebliche Verbindung eines der überlebenden Studenten mit der Drogenbande Los Rojos berichtet wird.

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