Erneut Polizeigewalt gegen Studenten in Mexiko

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Politisches Graffiti: Die Studierenden aus Ayotzinapa werden immer wieder Ziel von Polizeirepression
Politisches Graffiti: Die Studierenden aus Ayotzinapa werden immer wieder Ziel von Polizeirepression

Tixtla, Mexiko. Im südmexikanischen Bundesstaat Guerrero ist es erneut zu einem gewalttätigen Zusammenstoß zwischen Polizei und Studierenden der einer Universität "Raúl Isidro Burgos"gekommen. Im September vergangenen Jahres wurden 43 Lehramtsstudenten aus der Einrichtung verschleppt und mutmaßlich ermordet.Bei den erneuten Zusammenstößen wurden dreizehn Jugendliche festgenommen und zwanzig teils schwer verletzt.

Zu dem Übergriff kam es auf der Landstraße zwischen der Stadt Chilpancingo und der Hauptstadt des Bundesstaates, Tixtla. Eine Gruppe von Studierenden der Hochschule zur Ausbildung von Grundschullehrern in der Ortschaft Ayotzinapa hatte acht Busse eingenommen und einen Tanklaster gestoppt. Auf der Autobahn wurden sie von einer 500 Mann starken Polizeipatrouille unter Einsatz von Tränengas, Steinen und Schlagstöcken gestoppt. Siebzig Studierende konnten über die Hügel am Straßenrand entkommen.

Der Anwalt der Studierenden lies verlauten, dass zwei der Verletzten Knochenbrüche in den Armen erlitten, eine weiterer im Gesicht. Ein Student wird wegen eines Schädel-Hirn-Traumas im Krankenhaus behandelt. Darüber hinaus hatten die Polizisten die Festgenommen gezwungen, sich zu entkleiden und ihnen mit Zigaretten Verbrennungen zugefügt.

Am vergangenen Donnerstag hatten die Studierenden mit einem Protestmarsch durch Tixtla reagiert und die unverhältnismäßigen Methoden der Regionalregierung und der Polizei angeprangert. Außerdem forderten sie den Rücktritt des Gouverneurs von Guerrero, Héctor Astudillo Flores.

Pedro Santos Bartolo, ein Vertreter des Gemeinderates von Tixtla, verurteilte die Maßnahmen der Polizei. Angesichts der Repression sieht er die für den 29. November dieses Jahres angesetzten außerordentlichen Bürgermeisterwahlen in Gefahr. "In Tixtla hielt sich ein Klima augenscheinlicher Ruhe, aber mit der Aggression gegen die Studenten aus Ayotzinapa wird die Situation wieder komplizierter und wir wissen nicht, wer sich das zu Nutzen macht", sagt Santos gegenüber dem Magazin Proceso.

Die Bürgermeisterwahl von Tixtla war ursprünglich für den 7. Juni diesen Jahres angesetzt. Die Studierenden von Ayotzinapa hatten diese boykottiert, um so die ausbleibende Aufklärung des Verschwindens ihrer Kommilitonen im vergangenen Jahr zu verurteilen.

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